Die American Express Kreditkarte ist mehr als ein Zahlungsmittel, sie ist ein Bonusprogramm mit angeschlossener Karte. Wer seine Umsätze in Punkte verwandeln will, kommt an Amex kaum vorbei. In diesem Vergleich zeigen wir dir alle American Express Kreditkarten von der kostenlosen Blue Card bis zur Platinum Card aus Metall, was sie kosten, welche Vorteile sie bieten und wo die Schwächen liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- American Express gibt seine Kreditkarten selbst heraus und betreibt ein eigenes Zahlungsnetz, unabhängig von Visa und Mastercard.
- Vier Karten stehen Privatkunden offen: Blue Card (0 Euro), American Express Card, Gold Card und Platinum Card.
- Mit jeder Zahlung sammelst du Membership Rewards Punkte, die du in Prämien, Flugmeilen oder Guthaben tauschst.
- Beim Auslandseinsatz außerhalb des Euroraums fallen 2 Prozent Gebühr an, als Reisekarte ist eine Amex daher nur bedingt geeignet.
- Die Akzeptanz ist in Deutschland schwächer als bei den beiden großen Konkurrenznetzen, eine Zweitkarte gehört dazu.
Was ist American Express?
American Express, kurz Amex, ist eines der ältesten Kreditkartenunternehmen der Welt und arbeitet anders als die meisten Banken. Während Visa und Mastercard nur das Zahlungsnetz stellen und die Karten von Banken ausgegeben werden, macht American Express beides selbst: Das Unternehmen gibt die Karte heraus, wickelt die Zahlung ab und betreibt das Bonusprogramm.
Technisch sind die Amex Karten Charge-Karten. Deine Umsätze werden gesammelt und einmal im Monat vollständig vom Girokonto abgebucht. Eine Teilzahlung mit Zinsen gibt es standardmäßig nicht, das schützt dich vor der Schuldenfalle klassischer Revolving-Karten.
American Express Kreditkarten im Vergleich
Privatkunden können zwischen vier Karten wählen. Dazu kommen eine Kooperationskarte mit Payback sowie die Business Gold Card und die Business Platinum Card für Selbstständige, mehr dazu im Ratgeber Business-Kreditkarten. Die Konditionen im Überblick, Stand Juli 2026, verifiziere sie vor dem Antrag im Kreditkartenvergleich.
American Express Blue Card
Die Blue Card ist die Einstiegskarte, sie kommt dauerhaft ohne Jahresgebühr aus. Du bezahlst also kostenfrei mit einer echten Amex, sammelst Punkte und erhältst über Amex Offers Rabatte bei Partnern. Wer das Membership Rewards Programm erst einmal testen will, startet hier. Mehr gebührenfreie Alternativen findest du im Ratgeber kostenlose Kreditkarte.
American Express Card
Die grüne American Express Card, vielen noch als Green Card bekannt, kostet 5 Euro im Monat. Die Gebühr entfällt, wenn du im Jahr mindestens 9.000 Euro umsetzt. Dafür gibt es eine Verkehrsmittel-Unfallversicherung, eine Zusatzkarte inklusive und den vollen Zugang zum Punkteprogramm.
American Express Gold Card
Die Gold Card, wahlweise auch als Gold Card Rosé, kostet 20 Euro im Monat, also 240 Euro pro Jahr. Sie legt bei den Leistungen deutlich zu: Reiserücktritt, Reisekomfort bei Flug- und Gepäckverspätung und Auslandsreise-Krankenschutz sind enthalten, eine Zusatzkarte inklusive. Dazu kommen Hotelvorteile über The Hotel Collection und für Neukunden häufig ein Euro Startguthaben je nach Aktion. Wie sich goldene Karten generell schlagen, liest du unter goldene Kreditkarte.
American Express Platinum Card
Die Platinum Card ist das Flaggschiff, eine Karte aus Metall für 60 Euro im Monat, macht 720 Euro im Jahr. Dafür bekommst du unbegrenzten Lounge-Zugang mit Priority Pass, jährliche Guthaben für Reisen, Restaurants und Shopping (etwa bei SIXT ride und FREENOW), Hotel-Upgrades und umfangreiche Versicherungen. Rechnet man alle Guthaben zusammen, kann die Karte ihre Gebühr wieder einspielen, das gelingt aber nur, wenn du die Vorteile wirklich nutzt. Noch exklusiver ist nur die Centurion, mehr dazu im Artikel schwarze Kreditkarte.
Payback American Express
Die Payback Amex ist eine dauerhaft kostenlose Kooperationskarte: Statt Membership Rewards sammelst du hier Punkte im Bonusprogramm des Partners, zusätzlich zu denen an der Kasse. Für Einsteiger und Punktesammler im Alltag eine der beliebtesten Gratis-Karten in Deutschland.
Membership Rewards: das Punkteprogramm
Das Membership Rewards Programm ist der Hauptgrund, eine American Express Kreditkarte zu beantragen. Pro Euro Umsatz gibt es einen Punkt. Die gesammelten Punkte verfallen nicht, solange die Karte aktiv ist, und lassen sich flexibel einlösen: als Einkaufsgutschein, als Gutschrift auf die Abrechnung, für Prämien aus dem Katalog oder als Transfer zu Payback und darüber zu Miles & More.
Gerade der Meilentransfer macht das Programm für Reisende wertvoll. Wer gezielt Punkte sammelt und sie in Flugmeilen umwandelt, holt aus jedem Euro Umsatz deutlich mehr heraus als mit Cashback-Karten. Tipps dazu findest du im Ratgeber Kreditkarte für Vielflieger.
Gebühren und Kosten der Amex Karten
Die Jahresgebühr ist nur ein Teil der Rechnung. Diese Kosten solltest du kennen:
- Jahresgebühr: 0 Euro (Blue Card) bis 720 Euro (Platinum Card). Die American Express Card ist ab 9.000 Euro Jahresumsatz gebührenfrei.
- Auslandseinsatz: 2 Prozent auf Zahlungen in Fremdwährung, das ist der größte Schwachpunkt aller Amex Karten. Was das Entgelt genau bedeutet, erklärt das Lexikon unter Entgelt für Auslandseinsatz.
- Bargeld: Abhebungen kosten 4 Prozent, mindestens 5 Euro. Eine Amex ist keine Karte für den Geldautomaten.
- Zusatzkarte: Bei den meisten Karten ist eine Partnerkarte inklusive.
Für Zahlungen im Euroraum und in Deutschland spielen diese Nebenkosten kaum eine Rolle. Für Reisen außerhalb Europas kombinierst du die Amex besser mit einer Karte ohne Fremdwährungsgebühr, passende Modelle zeigt der Ratgeber Kreditkarte im Urlaub.
Akzeptanz: wo American Express funktioniert
American Express wird in Deutschland seltener akzeptiert als die Konkurrenz, weil die Händlergebühren höher sind. In Großstädten, bei Ketten, Hotels, Tankstellen und im Onlinehandel bezahlen Kunden meist problemlos. Beim Bäcker, in kleinen Läden und auf dem Land wirst du dagegen öfter abgewinkt.
Die Konsequenz: Eine American Express Karte sollte nie deine einzige Kreditkarte sein. Die meisten Amex Kunden zahlen, wo es geht, mit der Amex, um Punkte zu sammeln, und haben für den Rest eine kostenlose Visa oder Mastercard im Portemonnaie. Welches Netz wo stärker ist, vergleicht der Artikel Visa oder Mastercard.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Die Vorteile liegen im Drumherum: Membership Rewards ist das stärkste Bonusprogramm am deutschen Markt, die Leistungen bei Versicherungen von Gold und Platinum gehören zur Spitze, und der Kundenservice ist rund um die Uhr erreichbar. Amex Offers bringt regelmäßig Rabatte bei Partnern, und über die Amex App verwaltest du Karte, Punkte und Abrechnung inklusive Apple Pay und Google Pay.
Dem stehen klare Nachteile gegenüber. Die Akzeptanzlücken nerven im Alltag, die 2 Prozent Fremdwährungsgebühr macht die Karte auf Fernreisen teuer, und die Premiumkarten haben ihren Preis. Ob sich Gold oder Platinum lohnt, hängt allein davon ab, wie konsequent du Guthaben, Upgrades, Lounge-Zugang und Versicherungen nutzt.
Für wen lohnt sich eine American Express?
Eine Amex passt zu dir, wenn du hohe Kartenumsätze hast und daraus Prämien oder Meilen machen willst. Vielflieger und Vielreisende profitieren von Platinum-Vorteilen wie Lounges und Hotelstatus. Punktesammler im Alltag fahren mit der kostenlosen Blue Card oder der Payback Amex gut. Wer dagegen nur eine unkomplizierte Karte für unterwegs sucht, findet im Vergleich beste Kreditkarte passendere Kandidaten ohne Fremdwährungsgebühr.
American Express Kreditkarte beantragen
Den Antrag stellst du online in rund zehn Minuten. American Express prüft deine Bonität über die Schufa, ein regelmäßiges Einkommen und ein deutsches Girokonto sind Voraussetzung, das Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Nach der Identitätsprüfung per Video-Ident ist die Karte meist innerhalb einer Woche da, digital kannst du sie oft schon vorher in Apple Pay oder Google Pay hinterlegen. Achte vor dem Antrag auf laufende Startguthaben-Aktionen, American Express wirbt regelmäßig mit Willkommensangeboten für Neukunden. Die aktuellen Konditionen aller Karten prüfst du im Kreditkartenvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Welche American Express Kreditkarte ist die beste?
Das hängt von deinem Umsatz ab. Für Einsteiger und Sparfüchse ist die kostenlose Blue Card die beste Wahl, Vielreisende holen aus der Platinum Card am meisten heraus, wenn sie Guthaben und Lounge-Zugang nutzen. Die Gold Card liegt mit solidem Versicherungspaket dazwischen.
Was kostet eine American Express Kreditkarte?
Die Blue Card und die Payback Amex sind dauerhaft kostenlos. Die American Express Card kostet 5 Euro im Monat und ist ab 9.000 Euro Jahresumsatz gratis, die Gold Card liegt bei 20 Euro und die Platinum Card bei 60 Euro monatlich.
Wo wird American Express akzeptiert?
Weltweit an vielen Millionen Akzeptanzstellen, in Deutschland vor allem bei Ketten, Hotels, Tankstellen und im Onlinehandel. Kleine Geschäfte nehmen die Karte seltener, eine Visa oder Mastercard als Zweitkarte ist deshalb sinnvoll.
Ist die American Express eine echte Kreditkarte?
Ja, eine Charge-Karte: Deine Umsätze werden gesammelt und einmal im Monat komplett abgebucht. Damit eignet sie sich auch für Mietwagen und Hotelkautionen.
Wie viele Punkte sammle ich mit einer Amex?
Im Membership Rewards Programm gibt es einen Punkt pro Euro Umsatz. Die Punkte verfallen nicht und lassen sich in Prämien, Gutscheine oder Meilen tauschen, bei der Payback Amex sammelst du stattdessen Payback Punkte.
Welche Bonität brauche ich für eine American Express?
American Express prüft Einkommen und Schufa. Für die Blue Card reicht eine durchschnittliche Bonität, bei Gold und Platinum schaut Amex genauer hin. Eine Ablehnung ist bei negativen Schufa-Einträgen wahrscheinlich, Alternativen zeigt der Ratgeber Kreditkarte ohne Schufa.
Kann ich meine Amex im Ausland nutzen?
Ja, allerdings fallen außerhalb des Euroraums 2 Prozent Fremdwährungsgebühr an und Bargeldabhebungen kosten extra. Für Fernreisen ergänzt du die Amex besser um eine gebührenfreie Reisekreditkarte.
Passende Kreditkarte finden
Vergleiche über 60 Kreditkarten kostenlos und finde die Karte, die zu dir passt.