Kreditkarte mit Girokonto: wann sich das Kombi-Paket lohnt

Viele der besten Kreditkarten gibt es nur im Paket mit dem Girokonto derselben Bank.

Viele der besten Kreditkarten gibt es nur im Paket mit dem Girokonto derselben Bank. Das klingt erst einmal nach Bindung, hat aber handfeste Vorteile: eine App für alles, die Abrechnung läuft direkt über dein Konto, und oft ist die Karte im Paket günstiger. Wir zeigen dir, wie die Kombi aus Konto und Kreditkarte funktioniert, welche Banken sie anbieten und wann du besser zur kontounabhängigen Karte greifst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Kreditkarte mit Girokonto gibt die Bank die Karte nur zusammen mit ihrem eigenen Konto aus, so wie DKB oder Consorsbank.
  • Der Vorteil: Konto, Karte und Abrechnung laufen in einer App, ohne Referenzkonto und ohne zweites Login.
  • Kostenlos bleibt die Kombi meist unter Bedingungen, üblich ist ein monatlicher Geldeingang um 700 Euro.
  • Bei Santander senkt das Girokonto die Kartengebühr, zwingend nötig ist es dort nicht.
  • Wer sein Konto behalten will, findet im Kreditkartenvergleich starke Karten ganz ohne Kontowechsel.

Was bedeutet Kreditkarte mit Girokonto?

Gemeint sind Karten, die fest an das Konto der ausgebenden Bank gekoppelt sind. Du bekommst die Kreditkarte also nicht einzeln, sondern eröffnest zuerst das Girokonto und wählst dann das Kartenmodell dazu. Die monatliche Kreditkartenabrechnung bucht die Bank direkt vom eigenen Konto ab, ein Referenzkonto bei einer fremden Bank ist nicht vorgesehen.

Das Gegenstück sind unabhängige Karten von Anbietern wie Advanzia oder American Express, die über ein beliebiges Fremdkonto abrechnen. Wie dieses Modell funktioniert, liest du im Ratgeber Kreditkarte ohne Girokonto.

Diese Vorteile bietet die Kombi aus Konto und Karte

  • Alles in einer App: Kontostand, Kartenumsätze und Limits an einem Ort, ohne zweites Login und ohne Zettelwirtschaft.
  • Direkte Abrechnung: Die Kreditkartenumsätze werden vom eigenen Konto abgebucht, eine geplatzte Lastschrift auf ein Fremdkonto kann nicht passieren.
  • Paketpreis: Viele Banken geben die Karte im Kontopaket günstiger ab oder erlassen die Gebühr ab einem bestimmten Geldeingang.
  • Komplette Bankverbindung: Wer ohnehin ein neues Konto sucht, bekommt girocard, Debitkarte und echte Kreditkarte aus einer Hand.

Der Preis dafür ist der Kontowechsel. Daueraufträge, Gehalt und Lastschriften ziehen mit um, das kostet einen Nachmittag, auch wenn die Banken mit Wechselservices helfen. Seit 2016 sind die Institute sogar gesetzlich zur Kontowechselhilfe verpflichtet: Auf Wunsch informiert die neue Bank alle Zahlungspartner und übernimmt Daueraufträge automatisch.

Zum Paket gehört bei den meisten Banken übrigens mehr als die Kreditkarte. Eine kostenlose Debitkarte ist heute Standard, eine girocard für Bäcker und Vereinsheim lässt sich oft für einen kleinen Aufpreis dazubestellen. Damit deckt ein einziges Kontopaket wirklich jede Bezahlsituation ab.

Girokonto mit Kreditkarte: drei Beispiele aus der Praxis

Drei Banken zeigen, wie unterschiedlich die Pakete geschnürt sind, alle Details stehen in den verlinkten Einzeltests:

  • DKB: Zum Girokonto gibt es standardmäßig eine kostenlose Visa Debitkarte. Die echte Visa-Kreditkarte kostet 2,49 Euro im Monat und bietet dafür weltweit gebührenfreies Bezahlen und Abheben. Ab 700 Euro Geldeingang gilt der Aktivstatus mit besseren Konditionen. Mehr im Test der DKB Kreditkarte.
  • Consorsbank: Die Credit Card Gold Light ist eine echte Kreditkarte mit 0 Euro Jahresgebühr, weltweit kostenfrei, aber nur zum hauseigenen Konto erhältlich. Das Girokonto ist unter 31 Jahren oder ab 700 Euro Geldeingang gratis, sonst kostet es 4 Euro monatlich. Alle Modelle zeigt der Test der Consorsbank Kreditkarte.
  • Santander: Hier ist das Konto keine Pflicht, aber ein Hebel. Die BestCard Smart bleibt nach dem ersten Jahr dauerhaft gebührenfrei, wenn du 2.000 Euro Jahresumsatz erreichst oder ein Santander Girokonto führst. Die Varianten vergleicht der Test der Santander Kreditkarte.

Die Konditionen ändern sich laufend, prüfe den aktuellen Stand deshalb vor dem Antrag im Kreditkartenvergleich auf unserer Startseite.

Wann lohnt sich die Kreditkarte mit Girokonto?

Die Kombi passt, wenn mindestens einer dieser Punkte auf dich zutrifft: Du suchst sowieso ein neues Konto, etwa weil deine Hausbank Gebühren erhöht hat. Du willst Banking und Kreditkarte bewusst in einer App bündeln. Oder du erfüllst die Bedingungen ohnehin, weil dein Gehalt über der Geldeingangs-Schwelle liegt, dann bekommst du ein starkes Gesamtpaket zum Nulltarif.

Dagegen spricht die Kombi, wenn du mit deinem Konto zufrieden bist und nur eine gute Karte suchst. Dann ist eine unabhängige Karte mit Abrechnung per Lastschrift der einfachere Weg, ganz ohne Kontowechsel. Die besten Angebote ohne Kontobindung sammelt der Ratgeber kostenlose Kreditkarte.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich für eine Kreditkarte das Girokonto wechseln?

Nein, nur bei Banken, die Karte und Konto fest koppeln, etwa DKB oder Consorsbank. Anbieter wie Advanzia, Hanseatic Bank oder American Express geben ihre Karten unabhängig vom Konto heraus, mehr dazu im Ratgeber Kreditkarte ohne Girokonto.

Ist die Kreditkarte im Kontopaket wirklich kostenlos?

Oft ja, aber meist an Bedingungen geknüpft: ein monatlicher Geldeingang um 700 Euro, eine Altersgrenze oder ein Mindestumsatz mit der Karte. Ohne erfüllte Bedingung fallen Konto- oder Kartengebühren an.

Bekomme ich zum Girokonto automatisch eine echte Kreditkarte?

Nein. Standardmäßig geben die meisten Direktbanken heute eine Debitkarte aus. Die echte Kreditkarte mit Kreditrahmen und monatlicher Abrechnung wählst du als kostenpflichtiges oder kostenloses Zusatzmodell, je nach Bank.

Was passiert mit der Karte, wenn ich das Konto kündige?

Bei gekoppelten Modellen endet mit dem Konto auch die Kreditkarte, denn sie funktioniert nicht ohne das zugehörige Girokonto. Plane den Wechsel also erst, wenn die Ersatzkarte da ist.

Tobias Friedrich
Geprüft von Tobias Friedrich
Gründer & Geschäftsführer der Finanzriese GmbH · § 34d GewO (IHK 2021)

„Beim Kreditkartenvergleich zählt nicht der lauteste Bonus, sondern die Summe der Kosten übers Jahr. Wir bewerten Karten nach Jahresgebühr, Auslandseinsatz und Bargeldkonditionen – transparent und unabhängig."

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