Payback-Punkte beim Bezahlen sammeln, ADAC-Rabatte über die Kreditkarte oder Meilen für den nächsten Flug: Hinter solchen Angeboten stecken Co-Branding-Kreditkarten. Dabei gibt eine Bank die Karte heraus, auf der Vorderseite steht aber eine bekannte Marke. Hier erfährst du, wie diese Partnerkarten funktionieren, welche Angebote es 2026 gibt und wann sich so eine Karte wirklich lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei einer Co-Branding-Kreditkarte kooperiert ein Unternehmen (etwa Payback, ADAC oder Lufthansa) mit einer Bank, die die Karte technisch herausgibt.
- Der Reiz liegt in den Extras: Bonuspunkte, Meilen, Rabatte oder Vereinsvorteile bei jedem Karteneinsatz.
- Bekannte Beispiele 2026 sind die Payback American Express, die ADAC Kreditkarte, die Miles & More Kreditkarte und die Amazon Visa.
- Die Kartenleistungen selbst sind oft nur Durchschnitt, Gebühren für Bargeld oder Fremdwährung bleiben häufig bestehen.
- Die Karte lohnt sich fast nur, wenn du die Partnermarke ohnehin intensiv nutzt.
Was ist eine Co-Branding-Kreditkarte?
Co-Branding bedeutet wörtlich „gemeinsame Markenführung“: Zwei Partner teilen sich eine Kreditkarte. Das Partnerunternehmen bringt seine Marke, sein Bonusprogramm und seine Kundschaft ein, die Bank übernimmt Kartenausgabe, Abrechnung und Bonitätsprüfung. Abgewickelt wird die Zahlung wie immer über Visa, Mastercard oder American Express.
Für dich als Kunde heißt das: Vertragspartner für die Kreditkarte ist die Bank, die Vorteile kommen von der Marke. Verwandte Begriffe erklärt das Lexikon unter Affinity Card (Karten von Vereinen und Organisationen) und Partner-Kreditkarte, gemeint ist dort die Zusatzkarte für Partnerin oder Partner, nicht das Co-Branding.
Co-Branding-Kreditkarten 2026: diese Beispiele solltest du kennen
Der Markt sortiert sich immer wieder neu, diese vier Programme sind im Juli 2026 aktiv:
Payback American Express
Die Payback American Express ist dauerhaft kostenlos und schreibt dir einen Payback-Punkt je 3 Euro Umsatz gut, bei Payback-Partnern kommen die regulären Punkte des Händlers dazu. Die Punkte lassen sich zudem 1:1 in Miles & More Meilen tauschen. Schwächen zeigt die Karte abseits des Sammelns: Außerhalb der Eurozone fallen 2 Prozent Fremdwährungsgebühr an, Bargeldabhebungen kosten 4 Prozent.
ADAC Kreditkarte
Die ADAC Kreditkarte gibt seit 2024 die Berliner Solaris heraus, sie ist ADAC-Mitgliedern vorbehalten. Im ersten Jahr kostenlos, danach 1,90 Euro im Monat, mit zubuchbaren Paketen etwa für Reise- oder Tankvorteile, bei denen die Grundgebühr entfällt. Interessant ist die Karte vor allem für Mitglieder, die die Tank- und Reiserabatte des Clubs tatsächlich abrufen.
Miles & More Kreditkarte
Der Klassiker unter den Vielflieger-Karten läuft seit Ende 2025 über die Deutsche Bank. Die Blue-Variante kostet 5,50 Euro im Monat, die Gold-Variante 11,50 Euro. Dafür sammelst du Meilen bei jedem Umsatz, und deine Meilen sind vor dem Verfall geschützt. Ob sich das rechnet, hängt komplett von deinem Flugverhalten ab, mehr dazu im Ratgeber Kreditkarte für Vielflieger.
Amazon Visa
Die Amazon Visa von Santander gibt es weiterhin, seit Anfang 2026 heißt die Begleit-App Openbank Pay statt Zinia, an Karte und Leistungen hat sich dadurch nichts geändert. Prime-Mitglieder sammeln erhöhte Punkte auf Amazon-Einkäufe. Wer viel bei Amazon bestellt, holt hier spürbare Gutschriften raus, außerhalb von Amazon ist die Karte Durchschnitt.
Lohnt sich eine Co-Branding-Kreditkarte? Der ehrliche Check
Die Antwort steckt in einer einfachen Rechnung: Was bringen dir die Markenvorteile pro Jahr, und was kostet dich die Karte inklusive aller Nebengebühren? Drei Fragen führen zur Entscheidung:
- Nutzt du die Marke intensiv? Eine Payback-Karte ohne regelmäßige Payback-Einkäufe bringt fast nichts, eine Meilenkarte ohne Flüge gar nichts.
- Deckt der Bonus die Kosten? Rechne Jahresgebühr plus typische Gebühren für Bargeld und Auslandseinsatz gegen den realistischen Jahresbonus.
- Brauchst du die Karte auch als Zahlungsmittel? Viele Co-Branding-Karten schwächeln bei Auslandskonditionen. Als Reisekarte taugt oft eine separate gebührenfreie Karte mehr.
Für viele ist die beste Lösung eine Kombination: eine Co-Branding-Karte fürs Punktesammeln bei der Lieblingsmarke und daneben eine leistungsstarke Hauptkarte für Alltag und Reisen. Welche Karten sich dafür anbieten, zeigt dir der Kreditkartenvergleich mit aktuellen Konditionen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Co-Branding-Karte und Affinity Card?
Beide tragen ein fremdes Logo neben dem der Bank. Bei der Co-Branding-Karte steht ein kommerzielles Unternehmen dahinter, das dir Rabatte oder Punkte bietet. Bei der Affinity Card ist der Partner ein Verein oder eine Organisation, die meist pro Umsatz eine kleine Spende erhält.
Wer ist bei einer Co-Branding-Kreditkarte mein Vertragspartner?
Immer die herausgebende Bank, nicht die Marke auf der Karte. Bei der Payback Amex ist das American Express, bei der ADAC Kreditkarte die Solaris, bei der Amazon Visa die Santander-Gruppe. An die Bank wendest du dich auch bei Reklamationen, Kündigung oder Kartensperrung.
Sind Co-Branding-Kreditkarten kostenlos?
Teils, teils. Die Payback American Express kommt ohne Jahresgebühr aus, ADAC und Miles & More kosten monatliche Gebühren. Achte zusätzlich auf Fremdwährungs- und Bargeldgebühren, die auch bei „kostenlosen“ Partnerkarten üblich sind.
Was passiert mit meiner Karte, wenn die Partnerschaft endet?
Dann wird das Programm meist eingestellt oder von einer anderen Bank übernommen, so geschehen etwa beim Wechsel der Miles & More Karte zur Deutschen Bank. Deine Karte bleibt bis zur Umstellung gültig, danach bekommst du ein Nachfolgeangebot oder kündigst kostenfrei.
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