Eine Kreditkarte zu beantragen dauert heute keine Viertelstunde mehr: Du vergleichst die Angebote, füllst den Online-Antrag aus, bestätigst deine Identität im Videochat und wartest auf den Briefträger. Damit dabei nichts schiefgeht, führt dich diese Anleitung sicher durch alle Voraussetzungen und den Ablauf und zeigt, woran es am häufigsten scheitert.
Das Wichtigste in Kürze
- Für den Kreditkartenantrag brauchst du in der Regel drei Dinge: Volljährigkeit, einen Wohnsitz in Deutschland und ein gültiges Ausweisdokument.
- Bei echten Kreditkarten prüft die Bank zusätzlich Einkommen und Bonität, bei Debit- und Prepaid-Karten entfällt diese Hürde meist.
- Am schnellsten geht es online: Antrag ausfüllen, Identität per VideoIdent bestätigen, fertig in wenigen Minuten.
- Bis die physische Karte per Post ankommt, vergehen meist einige Tage bis zwei Wochen. Viele Kreditkartenanbieter schalten direkt eine digitale Karte frei.
- Das Beantragen selbst ist kostenlos. Achte stattdessen auf Jahresgebühr, Bargeld- und Auslandskosten der Karte.
Voraussetzungen: Das brauchst du für den Kreditkartenantrag
Bevor du eine Kreditkarte beantragst, solltest du prüfen, ob du die Bedingungen der Bank erfüllst. Die Voraussetzungen sind bei fast allen Kreditkartenanbietern ähnlich:
- Mindestalter 18 Jahre: Kreditkarten mit Kreditrahmen gibt es erst ab der Volljährigkeit. Für Jüngere kommen Prepaid-Modelle in Frage.
- Wohnsitz in Deutschland: Die meisten Anbieter verlangen eine deutsche Meldeadresse, manche zusätzlich ein deutsches Girokonto als Referenzkonto.
- Gültiges Ausweisdokument: Personalausweis oder Reisepass für die Identitätsprüfung.
- Regelmäßiges Einkommen: Bei echten Kreditkarten will der Anbieter wissen, ob du die monatliche Abrechnung begleichen kannst. Ein festes Gehalt hilft, ist aber nicht bei jedem Kreditkartenanbieter Pflicht.
- Ausreichende Bonität: Vor der Zusage fragt die Bank bei der Schufa an. Negative Einträge führen in vielen Fällen zur Ablehnung.
Debitkarten und Prepaid-Karten sind die Ausnahme: Da kein Kredit vergeben wird, verzichten die Anbieter häufig auf Einkommensnachweis und Schufa-Prüfung. Mehr dazu liest du im Ratgeber Kreditkarte ohne Schufa.
Kreditkarte beantragen in 5 Schritten
So läuft die Beantragung einer Kreditkarte ab, Schritt für Schritt von der Auswahl bis zur ersten Zahlung:
1. Angebote vergleichen und Karte auswählen
Kreditkarten haben unterschiedliche Stärken: Manche punkten mit 0 Euro Jahresgebühr, andere mit Versicherungen, Cashback oder Lounge-Zugang. Jede Karte bringt also eigene Vorteile mit. Überlege dir, wofür du sie nutzen willst, im Alltag, beim Online-Shopping oder auf Reisen, und filtere danach, neben dem Preis zählen auch die Leistungen. Im Kreditkarten Vergleich auf unserer Startseite siehst du die aktuellen Konditionen der Kreditkartenanbieter nebeneinander und findest die passende Kreditkarte in kurzer Zeit.
2. Online-Antrag ausfüllen
Auf der Website des Anbieters gibst du deine persönlichen Daten ein: Name, Adresse, Geburtsdatum, Beruf und monatliches Einkommen. Prüfe alle Angaben doppelt, denn Tippfehler bei Adresse oder Gehalt verzögern die Bearbeitung oder führen zur Ablehnung. Ehrlichkeit zahlt sich aus, der Anbieter gleicht deine Angaben mit der Schufa und teils mit Kontoauszügen ab.
3. Identität nachweisen
Aus Sicherheitsgründen und wegen des Geldwäschegesetzes musst du dich identifizieren. Am schnellsten funktioniert VideoIdent: Du hältst dein Ausweisdokument in die Kamera, ein Mitarbeiter prüft es im Videochat, erledigt in rund zehn Minuten. Alternativ gehst du mit dem PostIdent-Coupon in eine Filiale der Deutschen Post. Einige Banken bieten auch die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises an.
4. Prüfung durch die Bank abwarten
Der Kreditkartenanbieter prüft nun deine Bonität und entscheidet über deine Anfrage. Bei digitalen Anbietern erhältst du die Zusage oft noch am selben Tag, klassische Banken brauchen einige Werktage. In dieser Phase legt die Bank auch die Höhe deines Verfügungsrahmens fest, abhängig von Einkommen und finanzieller Situation.
5. Kreditkarte erhalten und aktivieren
Nach der Zusage kommt die Karte per Post, aus Sicherheitsgründen getrennt von der PIN. Je nach Anbieter dauert das einige Tage bis zwei Wochen. Anschließend aktivierst du die Karte in der App oder im Online-Banking und kannst weltweit bezahlen, kontaktlos, online und über Apple Pay oder Google Pay. Dank 3D Secure sind Zahlungen im Netz zusätzlich sicher bestätigt.
Welche Kreditkarte solltest du beantragen?
Vor dem Antrag steht die Wahl des Kartentyps, denn Kreditkarten rechnen unterschiedlich ab und bringen unterschiedliche Vorteile mit:
- Charge-Karte: Die klassische Kreditkarte sammelt deine Umsätze und bucht sie einmal monatlich vom Konto ab, ein kurzer zinsfreier Kredit bis zur Abrechnung.
- Revolving-Karte: Hier kannst du in Raten zahlen, dafür fallen hohe Sollzinsen an. Nur sinnvoll, wenn du die monatliche Abrechnung trotzdem komplett begleichst.
- Debit-Karte: Die Kreditkarte zum Girokonto: Jede Zahlung geht direkt vom Konto ab. Viele Direktbanken geben sie kostenlos dazu, etwa die DKB mit ihrer Visa Card.
- Prepaid-Karte: Funktioniert auf Guthabenbasis und meist ohne Schufa-Prüfung, Details im Ratgeber Prepaid-Kreditkarte.
Dazu kommt die Frage nach dem Netzwerk: Visa und Mastercard werden weltweit nahezu überall akzeptiert. Eine American Express Kreditkarte kannst du direkt online beantragen und mit starken Bonusprogrammen kombinieren, etwa über die Gold Card oder Platinum Card. Die Kreditkarte von American Express bekommst du allerdings nur beim Herausgeber selbst, und bedenke bei der American Express Karte die geringere Akzeptanz im stationären Handel. Einen ausführlichen Überblick über alle Typen findest du unter Kreditkartenarten, und welche Karte in Tests vorn liegt, zeigt der Ratgeber beste Kreditkarte.
Beliebte Karten aus dem Vergleich sind seit Jahren die GenialCard der Hanseatic Bank, eine Visa Kreditkarte ohne Grundgebühr, die TF Bank Mastercard Gold mit Reisepaket oder die Debitkarten der Direktbanken, alternativ nimmst du gleich die Kreditkarte zum Girokonto deiner Hausbank. Wer mehr Leistungen will, schaut sich eine goldene Kreditkarte an: Eine Goldkarte kostet zwar mehr, bündelt dafür Reiseversicherungen und weitere Extras. Welches Angebot aktuell die Nase vorn hat, prüfst du am besten im Rechner.
Wie lange dauert es, eine Kreditkarte zu beantragen?
Der reine Antrag ist online in 10 bis 15 Minuten erledigt, inklusive VideoIdent. Danach hängt die Dauer vom Kreditkartenanbieter ab:
- Zusage: sofort bis wenige Werktage, je nachdem, wie automatisiert die Prüfung abläuft.
- Kartenversand: einige Tage bis zwei Wochen, weil die Karte mit deinen Daten erst produziert werden muss.
- PIN: kommt aus Sicherheitsgründen in einem separaten Brief.
Brauchst du die Karte schneller, achte auf Anbieter mit digitaler Karte: Viele schalten nach der Zusage umgehend eine virtuelle Kartennummer frei, mit der du direkt online bezahlen und die Karte in Apple Pay oder Google Pay hinterlegen kannst. Virtuelle Kreditkarten sind damit die schnellste Möglichkeit, überhaupt an eine einsatzbereite Karte zu kommen.
Was kostet es, eine Kreditkarte zu beantragen?
Das Beantragen selbst kostet nichts, seriöse Kreditkartenanbieter verlangen keine Antrags- oder Bearbeitungsgebühr. Wichtiger sind die laufenden Gebühren der Karte:
- Jahresgebühr: von 0 Euro bis über 100 Euro bei Premium-Karten mit Gold- oder Platin-Status. Was diese Grundgebühr beinhaltet, erklärt unser Lexikon.
- Bargeldgebühren: fürs Geld abheben am Automaten verlangen manche Banken 2 bis 4 Prozent vom Betrag.
- Auslandseinsatz: außerhalb des Euroraums schlagen viele Karten 1 bis 2 Prozent auf jede Zahlung auf.
- Sollzinsen: bei Teilzahlung werden schnell 15 bis 20 Prozent pro Jahr fällig.
Für die meisten lohnt sich der Start mit einer kostenlosen Kreditkarte ohne Grundgebühr. Premium-Modelle mit Versicherungen und Lounge-Zugang bieten viele Vorteile, rechnen sich aber erst, wenn du ihre Leistungen regelmäßig nutzt. Vergleiche die Gebühren deshalb möglichst genau mit deinem Verhalten: Wer oft im Ausland unterwegs ist oder regelmäßig Bargeld abheben will, spart mit den passenden Leistungen rasch bares Geld, oft einen dreistelligen Betrag pro Jahr.
Kreditkartenantrag abgelehnt: Das kannst du tun
Wurde dein Antrag abgelehnt, liegt es in den meisten Fällen an der Bonität, einem zu geringen Einkommen oder fehlerhaften Angaben, denn damit räumt dir die Bank faktisch einen Kredit ein. So gehst du vor:
- Grund erfragen: Der Anbieter muss dir zwar keinen Grund nennen, ein kurzer Anruf lohnt sich trotzdem oft.
- Schufa-Selbstauskunft prüfen: Über die kostenlose Datenkopie siehst du deine Einträge. Veraltete oder falsche Daten kannst du korrigieren lassen.
- Angaben korrigieren: Ein Zahlendreher beim Einkommen oder eine alte Adresse reichen für eine Ablehnung. Stelle den Antrag mit sauberen Daten neu.
- Anderen Kreditkartenanbieter testen: Jede Bank bewertet Kreditwürdigkeit anders. Eine Ablehnung bei einem Institut bedeutet nicht, dass du nirgendwo eine Karte erhältst.
- Auf Debit oder Prepaid ausweichen: Diese Karten bekommst du auch bei schwacher Bonität, als Zwischenlösung, bis sich dein Score erholt hat.
Wichtig: Stelle nicht viele Anträge gleichzeitig bei unterschiedlichen Banken. Nutze den Vergleich, entscheide dich für ein Angebot und beantrage gezielt.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich eine Kreditkarte online beantragen?
Wähle im Kreditkarten Vergleich das passende Angebot, klicke auf „Beantragen“ und fülle das Formular des Anbieters mit deinen persönlichen Daten aus. Die Übertragung läuft dabei verschlüsselt und sicher ab. Danach bestätigst du deine Identität per VideoIdent oder PostIdent, online dauert das komplett etwa 10 bis 15 Minuten.
Welche Unterlagen brauche ich für den Kreditkartenantrag?
In der Regel genügen Personalausweis oder Reisepass und die Angaben zu Beruf und Einkommen. Manche Banken fordern zusätzlich Gehaltsnachweise oder Kontoauszüge an, vor allem bei höherem Kreditrahmen.
Wie lange dauert es, bis die Kreditkarte da ist?
Von der Zusage bis zur Karte im Briefkasten vergehen meist einige Tage bis zwei Wochen. Die PIN kommt separat per Post. Viele Anbieter stellen sofort eine digitale Karte bereit, mit der du schon vorher bezahlen kannst.
Kann ich eine Kreditkarte trotz negativer Schufa beantragen?
Eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen wird bei negativer Schufa meist abgelehnt. Ausweichen kannst du auf Prepaid- oder Debitkarten, die ohne Bonitätsprüfung auskommen. Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarte ohne Schufa.
Ab welchem Alter bekomme ich eine eigene Kreditkarte?
In Deutschland geben Banken echte Kreditkarten erst ab 18 Jahren aus. Für Jugendliche bieten viele Institute Prepaid-Karten an, die Eltern aufladen und kontrollieren können, teils schon ab 14 Jahren.
Kostet das Beantragen einer Kreditkarte etwas?
Nein, der Antrag ist bei seriösen Anbietern kostenlos. Kosten entstehen erst durch die Karte selbst, etwa über die Jahresgebühr, Gebühren fürs Geld abheben oder Zahlungen im Ausland. Ein Blick in den Rechner zeigt dir, welche Karte dauerhaft kostenlos bleibt.
Bekomme ich die Kreditkarte sofort?
Die physische Karte nicht, sie braucht den Postweg. Sofort nutzbar sind virtuelle Kreditkarten: Nach Zusage und Identitätsprüfung erhältst du die Kartennummer in der App und kannst online und mobil bezahlen.
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