Eine Kreditkarte für Studenten muss vor allem eines sein: kostenlos. Wer mit BAföG, Nebenjob oder Unterstützung der Eltern haushaltet, hat kein Budget für eine Jahresgebühr. Die gute Nachricht: Mehrere Banken geben dir auch ohne festes Einkommen eine vollwertige Karte, mit der du weltweit bezahlst, kostenlos Geld abhebst und im Auslandssemester nicht draufzahlst. In unserem Vergleich zeigen wir dir, welche Kreditkarten sich im Studium wirklich lohnen und wie du deine Karte ohne Stolperfallen beantragst.
Das Wichtigste in Kürze
- Die beste Kreditkarte für Studenten kostet dauerhaft keine Jahresgebühr und rechnet Zahlungen im Ausland ohne Fremdwährungsgebühr ab.
- Auch ohne regelmäßiges Einkommen kannst du eine Kreditkarte bekommen, der Anbieter prüft aber deine Schufa und setzt den Kreditrahmen anfangs niedrig an.
- Zu empfehlen sind besonders die Hanseatic Bank GenialCard, die easybank Kreditkarte und die Bank Norwegian Visa.
- Vorsicht bei Teilzahlung: Wer die Rechnung in Raten abstottert, zahlt hohe Zinsen, bei vielen Anbietern um die 18 bis 20 Prozent im Jahr.
- Prüfe vor dem Antrag die aktuellen Angebote in unserem Kreditkartenrechner, die Banken ändern ihre Gebühren regelmäßig.
Vorteile: Das bringt dir eine Kreditkarte im Studium
Spätestens beim ersten Mietwagen, beim Online-Shopping in ausländischen Shops oder beim Auslandssemester merkst du, dass die Girocard nicht mehr reicht. Eine Kreditkarte wird weltweit akzeptiert, dient bei Hotels und Mietwagenfirmen als Kaution und funktioniert mit Apple Pay und Google Pay direkt vom Handy.
Dazu kommen zusätzliche Vorteile: Bei einer echten Kreditkarte sammelt der Anbieter deine Umsätze und bucht sie erst am Ende vom Monat ab. Zwischen Einkauf und Abbuchung liegen bis zu einige Wochen, ein zinsfreier Kredit auf Zeit, der dir Luft verschafft, wenn das BAföG mal auf sich warten lässt. Und weil viele Studierende ihre erste Karte lange nutzen, lohnt es sich, von Anfang an eine dauerhaft kostenlose zu nehmen statt eines Lockangebots.
Bekommst du als Student überhaupt eine Kreditkarte?
Ja, in den meisten Fällen. Du musst volljährig sein und einen Wohnsitz in Deutschland haben. Ein festes Gehalt verlangen viele Anbieter nicht, sie prüfen stattdessen deine Bonität über die Schufa. Hast du keine negativen Einträge, stehen die Chancen gut, auch mit Nebenjob, BAföG oder Unterhalt der Eltern kannst du so eine Karte bekommen. Und hast du bereits ein Konto bei einer Filialbank, musst du dafür nicht einmal wechseln.
Der Unterschied zeigt sich beim Verfügungsrahmen: Ohne Einkommensnachweis startet eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen oft bei wenigen hundert bis etwa 1.000 Euro. Das reicht für Alltag und Reisen und schützt dich zugleich davor, dich zu verschulden. Wer die Karte zuverlässig nutzt und pünktlich zurückzahlt, kann das Limit nach ein paar Monaten erhöhen lassen.
Wird dein Antrag abgelehnt, bleibt die Prepaid-Kreditkarte auf Guthabenbasis: aufladen, zahlen, fertig. Sie kommt ohne Bonitätsprüfung aus, taugt aber nicht als Kaution für Mietwagen.
Die besten kostenlosen Kreditkarten für Studenten im Vergleich
Kreditkarten speziell für Studenten brauchst du gar nicht. Empfehlen lassen sich vor allem ganz normale kostenlose Karten, die kein Mindesteinkommen voraussetzen. Diese Angebote tauchen in Tests immer wieder vorn auf; die tagesaktuellen Konditionen prüfst du in unserem Rechner.
Hanseatic Bank GenialCard
Die GenialCard der Hanseatic Bank gehört zu den beliebtesten kostenlosen Kreditkarten überhaupt. Sie kostet keine Jahresgebühr, du bezahlst weltweit gebührenfrei und kannst kostenlos Bargeld abheben. Ein Kontowechsel ist nicht nötig, die Abrechnung läuft über dein bestehendes Girokonto. Wichtig: Die Visa Karte ist als Revolving-Karte angelegt. Stell in der App den vollständigen Rechnungsausgleich ein, sonst rutschst du automatisch in die verzinste Teilzahlung.
easybank Kreditkarte
Die easybank Visa aus Österreich übernimmt das Konzept der früheren Barclays Visa: dauerhaft ohne Jahresgebühr, weltweit gebührenfrei einkaufen und kostenlos Geld abheben. Auch hier gilt: Teilzahlung deaktivieren und die Rechnung jeden Monat komplett begleichen, dann bleibt die Karte gratis.
Bank Norwegian Visa
Die Norwegian Kreditkarte ist besonders interessant, wenn du viel unterwegs bist. Sie verzichtet auf Jahresgebühr und Fremdwährungsgebühr und bringt als eine der wenigen kostenlosen Karten eine Reiseversicherung mit, sofern du die Reise mit der Karte zahlst. Gerade fürs Auslandssemester ein starkes Argument.
TF Bank Mastercard Gold und Deutschland Kreditkarte Classic
Die TF Bank Mastercard Gold kombiniert 0 Euro Jahresgebühr mit zusätzlichen Reiseversicherungen, allerdings wird bei der Mastercard Gold jede Abhebung sofort verzinst. Die Deutschland Kreditkarte Classic und die awa7 Visa laufen über die Hanseatic Bank und ähneln der GenialCard. Alle drei sind solide Alternativen, wenn dir bestimmte Extras wichtig sind.
Payback American Express
Die Payback American Express verlangt ebenfalls keine Jahresgebühr und sammelt bei jedem Einkauf Payback Punkte. Zum Punkte sammeln nett, als einzige Kreditkarte aber riskant: American Express wird längst nicht überall akzeptiert, und beim Einsatz im Ausland fallen Gebühren an. Besser als Zweitkarte nutzen.
Girokonto mit Debitkarte: DKB, ING und Trade Republic
Willst du gleich das komplette Paket, lohnt ein Blick auf ein kostenloses Girokonto mit Karte, etwa bei der DKB oder ING. Dort erhältst du etwa die DKB Visa als Debitkarte, die Umsätze sofort vom Konto abbucht. Auch die Trade Republic Card mit Saveback geht in diese Richtung. Fürs tägliche Bezahlen reicht das völlig, nur als Mietwagenkaution wird eine Debitkarte manchmal abgelehnt.
Echte Kreditkarte, Debitkarte oder Prepaid: Was passt zu dir?
Hinter dem Wort Kreditkarte stecken verschiedene Kartentypen. Bevor du dich entscheidest, solltest du den Unterschied kennen:
- Charge Card: die klassische Kreditkarte. Deine Umsätze werden gesammelt und einmal im Monat komplett abgebucht, ohne Zinsen. Mehr dazu im Lexikon unter Charge-Card.
- Revolving-Karte: funktioniert wie eine Charge Card, bietet aber Ratenzahlung an. Bequem klingt das nur auf den ersten Blick, für den offenen Kredit werden hohe Sollzinsen von oft 18 bis 20 Prozent fällig.
- Debitkarte: bucht jeden Einkauf sofort vom Girokonto ab. Volle Kostenkontrolle, aber kein Zahlungsziel und kein Kreditrahmen.
- Prepaid-Karte: läuft auf Guthabenbasis und klappt ohne Schufa-Prüfung. Du kannst nur ausgeben, was du vorher auflädst.
Für Studierende ist eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen und deaktivierter Teilzahlung meist die beste Wahl: weltweit akzeptiert, mietwagentauglich und bei richtiger Nutzung komplett kostenlos. Einen ausführlichen Überblick über alle Typen findest du im Ratgeber Kreditkartenarten.
Worauf sollten Studenten bei Kreditkarten achten?
Damit die Kreditkarte im Studium wirklich nichts kostet, prüfst du vor dem Antrag vier Punkte:
- Jahresgebühr: dauerhaft 0 Euro, nicht nur im ersten Jahr.
- Bargeld abheben: idealerweise weltweit kostenlos am Automaten. Manche Banken verlangen sonst hohe Gebühren von 2 bis 4 Prozent pro Abhebung.
- Fremdwährungsgebühr: Beim Zahlen außerhalb des Euroraums schlagen viele Anbieter 1 bis 2 Prozent auf. Gute Kreditkarten verzichten darauf.
- Teilzahlung: Wir empfehlen, direkt nach Erhalt der Karte den vollständigen Rechnungsausgleich zu aktivieren.
Ein Rechenbeispiel: Gibst du im Auslandssemester 3.000 Euro außerhalb der Eurozone aus, kosten dich 1,75 Prozent Auslandsgebühr gut 50 Euro. Mit der richtigen Kreditkarte sparst du diesen Betrag komplett. Genau nach diesen Kriterien filterst du in unserem Vergleichsrechner auf der Startseite und siehst sofort, welche kostenlosen Angebote aktuell die günstigsten Konditionen bieten.
Kreditkarte im Auslandssemester: weltweit kostenlos bezahlen
Im Ausland zeigt sich, was deine Kreditkarte taugt. Ohne Fremdwährungsgebühr bezahlst du weltweit zum echten Kurs, und wer weltweit kostenlos Bargeld abheben kann, spart sich die Automatengebühren, die sonst bei jeder Abhebung anfallen.
Zwei Tipps für unterwegs: Besonders am Geldautomaten gilt, immer in Landeswährung abrechnen und die angebotene Sofortumrechnung in Euro ablehnen, deren Kurs ist fast immer schlechter. Und nimm eine zweite Karte mit, falls die erste gesperrt wird oder verloren geht. Wie du dich auf Reisen sonst noch absicherst, liest du im Ratgeber Kreditkarte im Urlaub.
Girokonto und Kreditkarte kombinieren oder trennen?
Beides funktioniert. Kreditkarten wie die GenialCard oder die easybank Visa laufen unabhängig von deiner Hausbank, du behältst also dein bestehendes Girokonto und zahlst die Abrechnung per Lastschrift, ganz ohne Kontowechsel. Das ist die flexibelste Lösung.
Alternativ eröffnest du ein kostenloses Girokonto für Studierende mit Karte bei einer Direktbank. Der Vorteil: alles aus einer Hand. Sparkassen und Volksbanken bieten ebenfalls Studentenkonten mit Kreditkarte an, verlangen dafür aber häufig 20 bis 40 Euro im Jahr. Vergleichen lohnt sich hier doppelt.
Kreditkarte als Student beantragen: so gehst du vor
Der Antrag dauert online etwa zehn Minuten. Du füllst das Formular des Anbieters aus, gibst deine Einkünfte an (ehrlich bleiben, auch BAföG und Nebenjob zählen) und bestätigst deine Identität per VideoIdent. Hast du alles abgeschickt, erhältst du die Kreditkarte nach der Schufa-Prüfung meist innerhalb weniger Tage per Post, viele Banken schalten vorab eine digitale Karte für Apple Pay und Google Pay frei.
Ein Tipp zur Reihenfolge: Beantrage die Kreditkarte einige Wochen vor einer großen Reise oder dem Auslandssemester, denn Karte und PIN treffen an unterschiedlichen Tagen ein. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter Kreditkarte beantragen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kreditkarte ist die beste für Studenten?
Eine gute Karte fürs Studium ist dauerhaft kostenlos, verlangt kein Mindesteinkommen und rechnet Zahlungen im Ausland ohne Aufschlag ab. In Tests schneiden die Hanseatic Bank GenialCard, die easybank Kreditkarte und die Bank Norwegian Visa regelmäßig gut ab. Welche aktuell vorn liegt, siehst du in unserem Vergleich.
Bekomme ich eine Kreditkarte ohne festes Einkommen?
Ja. Viele Anbieter verzichten auf einen Einkommensnachweis und prüfen nur deine Schufa. Der Kreditrahmen fällt anfangs niedriger aus, oft einige hundert Euro, und lässt sich bei guter Zahlungshistorie erhöhen.
Was kostet eine Kreditkarte für Studenten?
Nichts, wenn du die richtige wählst. Gute Kreditkarten kommen ohne Jahresgebühr, ohne Bargeldgebühr und ohne Fremdwährungsentgelt aus. Gebühren entstehen erst, wenn du die Teilzahlung nutzt und hohe Zinsen auf den offenen Betrag zahlst. Mehr dazu im Ratgeber kostenlose Kreditkarte.
Welche Kreditkarte eignet sich fürs Auslandssemester?
Eine Karte ohne Auslandsentgelt, mit der du weltweit kostenlos Bargeld abheben kannst, idealerweise mit Reiseversicherung, etwa die Norwegian Visa. Nimm zur Sicherheit eine zweite Karte mit.
Ist eine Debitkarte im Studium nicht genauso gut?
Im Alltag ja, sie bucht Umsätze nur sofort ab statt einmal im Monat. Bei Mietwagen und Hotelkautionen wird eine Debitkarte aber teils abgelehnt, und ein Kreditrahmen als Puffer fehlt. Wer beides will, kombiniert ein kostenloses Konto mit einer echten Kreditkarte.
Schadet eine Kreditkarte meinem Schufa-Score?
Wenn du sie normal nutzt, nein. Wie bei jedem Kredit gilt: Zuverlässige Rückzahlung kann deinen Score sogar stützen. Negativ wirken erst geplatzte Zahlungen oder viele Kartenanträge in kurzer Zeit.
Ab welchem Alter bekomme ich eine Kreditkarte?
Echte Kreditkarten mit Kreditrahmen gibt es ab 18 Jahren. Jüngere Studierende und Schüler können auf Prepaid-Karten ausweichen, die manche Banken schon ab 12 oder 14 Jahren als Zusatzkarte ausgeben.
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