Wer oft fliegt, verschenkt ohne die passende Kreditkarte bares Geld. Mit einer Vielflieger-Kreditkarte sammelst du bei jedem Einkauf Meilen oder Punkte, vom Supermarkt bis zur Hotelbuchung, und tauschst sie später gegen Freiflüge, Upgrades in die Business Class oder Sachprämien ein. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie das Meilen sammeln mit Kreditkarten funktioniert, welche Karten sich 2026 rechnen und wo die Kostenfallen liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Mit Meilen-Kreditkarten sammelst du bei jedem Umsatz Prämienmeilen oder Punkte, bei Miles & More gibt es für 2 umgesetzte Euro eine Meile.
- Amex Kreditkarten sammeln Membership Rewards Punkte, die du flexibel zu mehreren Vielfliegerprogrammen übertragen kannst.
- Die Payback American Express Card ist kostenlos und wandelt Payback Punkte in Miles & More Meilen um.
- Ein Willkommensbonus von mehreren tausend Meilen macht den Einstieg attraktiv, wichtiger ist aber die Sammelrate im Alltag.
- Rechne die Jahresgebühr gegen den Meilenwert: Erst ab einigen tausend Euro Kartenumsatz im Jahr lohnt sich eine kostenpflichtige Meilen-Kreditkarte.
Wie funktioniert Meilen sammeln mit Kreditkarten?
Das Prinzip ist einfach: Du bezahlst mit deiner Kreditkarte, und das jeweilige Vielfliegerprogramm schreibt dir dafür Meilen oder Punkte gut. Je nach Kreditkarte liegt die Sammelrate zwischen einer Meile je 2 Euro Umsatz und einem Punkt pro Euro Umsatz. Die gesammelten Meilen löst du später gegen Prämienflüge, Sitzplatz-Upgrades, Hotelübernachtungen oder Waren ein.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Statusmeilen und Prämienmeilen: Kartenumsätze bringen fast immer nur Prämienmeilen. Deinen Vielflieger-Status bei Lufthansa und Co. verbesserst du damit nicht, dafür füllst du dein Meilenkonto sogar am Boden, ohne ein Flugzeug zu betreten.
Drei Wege führen in Deutschland zum vollen Meilenkonto:
- Airline-Kreditkarten wie die Miles & More Credit Card oder die Eurowings Kreditkarte sammeln direkt im Programm der jeweiligen Airline.
- American Express Kreditkarten sammeln Punkte im Membership Rewards Programm, die du zu vielen Airlines übertragen kannst.
- Payback Kreditkarten sammeln Payback Punkte, die sich in Miles and More Meilen umwandeln lassen.
Miles & More Kreditkarte: der Klassiker für Lufthansa-Vielflieger
Die Miles & More Kreditkarten der Deutschen Bank (ausgegeben als Mastercard) sind die bekanntesten Meilen-Kreditkarten in Deutschland. Für 2 Euro Umsatz wandert eine Prämienmeile auf dein Konto bei Miles and More, dem Vielfliegerprogramm von Lufthansa, Austrian, Swiss und weiteren Airlines. Drei Varianten stehen zur Wahl (Stand: Juli 2026, Quelle Finanztip):
- Miles & More Blue: 66 Euro Jahresgebühr, unbegrenzte Meilengültigkeit, kein Versicherungspaket.
- Miles & More Mastercard Gold (Gold Credit Card): 138 Euro pro Jahr, ebenfalls unbegrenzte Meilengültigkeit plus umfangreiche Versicherungen (Reiserücktritt, Auslandsreise-Kranken, Mietwagen-Vollkasko).
- Myflex: 0 Euro Jahresgebühr, dafür ohne Meilenschutz, deine Meilen können also verfallen.
Der größte Vorteil neben dem Meilen sammeln: Bei Blue und Gold bleiben die gesammelten Meilen unbegrenzt gültig, solange die Kreditkarte aktiv ist. Ohne diesen Schutz verfallen die Meilen regulär nach gut drei Jahren. Die Schwächen solltest du ebenfalls kennen: Abhebungen am Geldautomaten kosten 2 Prozent (mindestens 5 Euro), Zahlungen in Fremdwährung 1,95 Prozent. Als Reisekarte fürs Bezahlen im Urlaub taugt die Miles & More Kreditkarte darum nur bedingt, sie ist eine reine Sammelkarte mit Gebühren im Auslandseinsatz.
American Express Gold und Platinum: flexibel Punkte sammeln
Wer sich nicht auf ein einziges Vielfliegerprogramm festlegen will, sammelt mit einer American Express Kreditkarte Membership Rewards Punkte. Die überträgst du bei Bedarf zu Airlines wie Flying Blue (Air France/KLM), British Airways, Emirates Skywards oder Singapore Airlines KrisFlyer. Genau diese Flexibilität macht Amex bei Vielfliegern so beliebt: Du entscheidest erst beim Einlösen, wo deine Punkte am meisten wert sind.
Zwei Karten stechen heraus:
- American Express Gold Card: der Allrounder mit moderater Jahresgebühr, attraktivem Willkommensbonus und solider Sammelrate von einem Punkt je Euro Umsatz. Für Einsteiger meist die beste Wahl unter den Meilen-Karten auf dem deutschen Markt.
- American Express Platinum Card: die Premium-Kreditkarte für Vielreisende, mit deutlich höheren Kosten, dafür mit Priority Pass für Lounge-Zugang weltweit, Reiseguthaben und umfangreichen Versicherungen. Die Platinum rechnet sich erst, wenn du die Extras wirklich nutzt und regelmäßig in Business oder First Class unterwegs bist.
Die genauen Konditionen, Sammelraten und Willkommensbonus-Aktionen ändern sich bei Amex regelmäßig, aktuelle Angebote prüfst du im Kreditkartenrechner. Beachte außerdem die Akzeptanz: American Express wird in Deutschland und im Ausland seltener angenommen als Mastercard oder Visa, eine zweite Kreditkarte gehört darum zusätzlich ins Portemonnaie.
Payback American Express: kostenlos Meilen sammeln
Der Geheimtipp für Sparfüchse ist die Payback American Express Card. Sie kostet keine Grundgebühr, sammelt bei jedem Einkauf Payback Punkte und bei den Partnern des Programms sogar doppelt. Das Besondere: Die Punkte lassen sich anschließend in Miles & More Meilen umwandeln. So füllst du dein Meilenkonto komplett kostenlos, ohne Gebühren und ohne Risiko, besonders praktisch für alle, die nur nebenbei sammeln.
Die Sammelrate fällt niedriger aus als bei den kostenpflichtigen Meilen-Kreditkarten, und der Umweg über Payback kostet einen zusätzlichen Schritt. Für Kunden, die erst einmal testen wollen, ob sich das Sammeln für sie auszahlt, ist diese Kombination trotzdem der einfachste Einstieg. Wer parallel eine echte Reisekarte sucht, kombiniert sie mit einer kostenlosen Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr.
Eurowings Kreditkarte und weitere Airline-Karten
Neben Miles & More gibt es weitere Airline-Kreditkarten für Vielflieger. Die Eurowings Kreditkarten gibt es in zwei Varianten: Die Eurowings Kreditkarte Classic ist der günstige Einstieg, die Eurowings Kreditkarte Premium bietet zusätzliche Extras wie bevorzugtes Boarding und Reiseversicherungen. Beide sammeln Meilen im Eurowings-Programm, das auch Flüge anderer Airlines der Lufthansa-Gruppe abdeckt. Für Fans einzelner Hotelketten existieren zudem Karten wie die Hilton Kreditkarte, die Punkte im jeweiligen Bonusprogramm sammeln.
Die Grundregel gilt überall: Eine Airline-Kreditkarte bringt nur dann Vorteile, wenn du dem jeweiligen Programm treu bleibst. Fliegst du mal Lufthansa, mal Eurowings, mal Condor, verpuffen deine Meilen in drei verschiedenen Programmen. Dann fährst du mit flexiblen Punkten besser, oder gleich mit einer Cashback-Kreditkarte, die dir statt Meilen direkt Geld zurückgibt.
Was sind Meilen wert und wann rechnet sich die Karte?
Der Wert einer Meile hängt davon ab, wie du sie einlöst. Als grobe Faustregel gelten 1 bis 2 Cent pro Meile bei Prämienflügen in der Economy, bei Upgrades und Flügen in Business Class oder First Class oft mehr. Sachprämien im Meilen-Shop bringen meist deutlich weniger und sind selten ein gutes Geschäft.
Eine Beispielrechnung: Bei 12.000 Euro Kartenumsatz im Jahr kannst du mit der Miles & More Mastercard 6.000 Meilen sammeln (2 Euro Umsatz = 1 Meile). Bei einem Meilenwert von 1,5 Cent entspricht das etwa 90 Euro. Bei der Gold-Variante mit 138 Euro Jahresgebühr bleibt da wenig übrig, es sei denn, du rechnest das Versicherungspaket und den Meilenschutz dagegen. Je höher dein Umsatz, desto eher zahlt sich die Kreditkarte aus.
Dazu kommt der Willkommensbonus: Viele Anbieter schreiben Neukunden mehrere tausend Meilen oder Punkte als Willkommensbonus gut, teils gekoppelt an einen Mindestumsatz in den ersten Monaten. Eine attraktive Aktion gleicht die Jahresgebühr im ersten Jahr oft komplett aus. Kurz gesagt lohnt sich eine Vielflieger-Kreditkarte, wenn drei Punkte zusammenkommen: hoher Kartenumsatz, Treue zu einem Vielfliegerprogramm und die Disziplin, Meilen gezielt für werthaltige Prämien wie Business-Class-Flüge einzulösen.
Für wen eignet sich welche Vielflieger-Kreditkarte?
So findest du den passenden Kartentyp für dein Sammelverhalten:
- Lufthansa-Vielflieger mit hohem Umsatz: die Miles & More Mastercard in der Gold-Variante, wegen Meilenschutz und Versicherungspaket.
- Flexible Sammler, die Prämien bei verschiedenen Airlines einlösen wollen: American Express Gold Card mit Membership Rewards.
- Vielreisende mit Premium-Anspruch, die Lounges und Reiseguthaben nutzen: die American Express Platinum Card, mehr zu dieser Kartenklasse liest du unter schwarze Kreditkarte.
- Einsteiger und Sparfüchse: die Payback-Karte, kostenloses Sammeln ohne Verpflichtung.
- Selbstständige und Firmen: eine Business-Kreditkarte wie die American Express Business Gold oder Business Platinum, dort sammelst du Punkte auf Firmenumsätze und profitierst von zusätzlichen Auswertungen für die Buchhaltung.
Wichtig für alle Kunden: Meilen-Kreditkarten sind fast nie die günstigsten Karten fürs Bezahlen im Ausland, viele Anbieter verlangen Gebühren für Abhebungen und Fremdwährungsumsätze, und Abhebungen am Automaten kosten schnell 5 Euro pro Vorgang. Wer vor allem günstig reisen will, kombiniert seine Sammelkarte mit einer gebührenfreien Reisekarte ohne Entgelt für den Auslandseinsatz. Vergleiche vor dem Antrag die aktuellen Konditionen, Sammelraten und Aktionen im Kreditkartenrechner auf unserer Startseite, die Anbieter passen ihre Programme laufend an.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kreditkarte ist die beste für Vielflieger?
Das hängt von deinem Programm ab. Lufthansa-Kunden sammeln mit der Miles & More Mastercard Gold am komfortabelsten, flexible Sammler fahren mit der American Express Gold Card besser. Wer nichts zahlen will, startet mit der kostenlosen Payback-Karte. Am Ende zählt, dass Sammelrate und Vorteile zu deinem Reiseverhalten passen; die besten Anbieter findest du im Vergleich.
Wie viele Meilen sammle ich pro Euro Umsatz?
Bei der Miles & More Kreditkarte gibt es für 2 umgesetzte Euro eine Meile. Amex schreibt in der Regel einen Punkt je Euro Umsatz gut. Die genauen Sammelraten unterscheiden sich je nach Kreditkarte, teils laufen Aktionen mit erhöhter Rate.
Verfallen meine gesammelten Meilen?
Miles & More Meilen verfallen regulär nach rund drei Jahren. Mit der Blue- oder Gold-Karte bleiben sie unbegrenzt gültig, solange die Kreditkarte aktiv ist. Membership Rewards Punkte verfallen nicht, solange dein Kartenkonto besteht.
Bringen Kartenumsätze auch Statusmeilen?
Nein. Mit Kartenumsätzen sammelst du Prämienmeilen, keine Statusmeilen. Deinen Vielflieger-Status (etwa Frequent Traveller oder Senator bei Lufthansa) erreichst du weiterhin nur durch Flüge.
Was ist eine Meile in Euro wert?
Je nach Einlösung etwa 1 bis 2 Cent, bei geschickt gebuchten Prämienflügen in Business oder First Class sogar mehr. Sachprämien liegen meist deutlich darunter. Rechne vor dem Einlösen kurz nach, sonst verschenkst du den Wert deiner Meilen.
Lohnt sich eine Meilen-Kreditkarte mit Jahresgebühr?
Erst ab einem Kartenumsatz von mehreren tausend Euro im Jahr. Darunter frisst die Grundgebühr den Meilenwert auf. Rechne Sammelrate, Willkommensbonus und Vorteile wie Versicherungen oder Lounge-Zugang gegen die Kosten, der Vergleich im Rechner hilft dabei.
Kann ich mit einer kostenlosen Kreditkarte Meilen sammeln?
Ja. Die Payback American Express Card und die Miles & More Myflex kosten keine Jahresgebühr. Bei der Myflex fehlt allerdings der Meilenschutz, und kostenlose Karten sammeln meist langsamer als die Premium-Varianten mit ihren zusätzlichen Vorteilen.
Passende Kreditkarte finden
Vergleiche über 60 Kreditkarten kostenlos und finde die Karte, die zu dir passt.