Kreditkarte im Urlaub: im Ausland bezahlen und Geld abheben ohne Extra-Kosten

Mit der falschen Kreditkarte wird der Urlaub schnell teurer als geplant: Aufschlag beim Bezahlen in Fremdwährung, Entgelt am Geldautomaten, schlechter Wechselkurs.

Mit der falschen Kreditkarte wird der Urlaub schnell teurer als geplant: Aufschlag beim Bezahlen in Fremdwährung, Entgelt am Geldautomaten, schlechter Wechselkurs. Mit der passenden Kreditkarte passiert dir das nicht. Hier erfährst du, welche Kreditkarte auf Reisen wirklich etwas taugt, welche Gebühren im Ausland lauern und mit welchen Tricks du weltweit gebührenfrei bezahlst und Bargeld abhebst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine gute Reisekreditkarte verlangt weder Jahresgebühr noch Fremdwährungsgebühr und ist weltweit gebührenfrei beim Geldabheben.
  • Zahle am Geldautomaten und an der Kasse immer in Landeswährung, die Sofortumrechnung des Betreibers geht fast immer zu deinen Lasten.
  • Für Mietwagen und Hotelkautionen brauchst du eine echte Kreditkarte, Debitkarten werden dort oft abgelehnt.
  • Reiseversicherungen greifen meist nur, wenn du die Reise auch mit der Kreditkarte bezahlt hast.
  • Nimm immer eine zweite Karte als Backup mit und speichere die Sperrhotline 116 116 im Handy.

Warum du im Urlaub eine Kreditkarte brauchst

Mastercard und Visa werden weltweit akzeptiert, an Millionen Stellen und in vielen Reiseländern deutlich häufiger als die deutsche Girocard. Sobald du Deutschland verlässt, wird die Kreditkarte deshalb zum wichtigsten Zahlungsmittel: Du zahlst im Hotel, im Restaurant und im Supermarkt, ziehst am Geldautomaten Landeswährung und hinterlegst beim Mietwagen die Kaution.

Die Girocard allein genügt zum Reisen nicht. Außerhalb Europas funktioniert sie oft gar nicht, und selbst innerhalb der EU hängt die Akzeptanz vom Co-Badge der Karte ab. Banken und Sparkassen empfehlen darum selbst, zusätzlich eine Kreditkarte fürs Ausland mitzunehmen. Ideal ist der Mix aus Kreditkarte, einer zweiten Karte als Reserve und etwas Bargeld für Märkte, Trinkgeld und Taxis.

Ein Vorteil kommt dazu: Bei einer echten Kreditkarte sammelt der Anbieter deine Umsätze und bucht sie erst mit der Monatsabrechnung ab. Dein Geld bleibt so bis zu mehrere Wochen auf dem Konto, und du behältst über die Abrechnung alle Ausgaben der Reise im Blick.

Welcher Kartentyp passt für Reisen?

Nicht jede Karte mit Visa- oder Mastercard-Logo ist eine echte Kreditkarte. Im Urlaub macht der Unterschied viel aus:

  • Echte Kreditkarte (Charge-Card): Umsätze werden gesammelt und einmal im Monat abgebucht. Nur mit ihr klappen Kautionen bei Mietwagen und Hotel zuverlässig, weil der Anbieter einen Betrag auf dem Verfügungsrahmen blocken kann.
  • Debitkarte: bucht jeden Umsatz sofort vom Girokonto ab. Fürs Bezahlen und Geldabheben im Ausland gut geeignet, bei Kautionen aber häufig ein Problem, manche Vermieter lehnen sie ab.
  • Prepaid-Kreditkarte: funktioniert auf Guthabenbasis, gut zur Kostenkontrolle und für Jugendliche. Für Kautionen ebenfalls nur bedingt brauchbar.

Musst du dich zwischen Mastercard und Visa entscheiden? Praktisch nein. Beide werden weltweit akzeptiert, fast überall gleich gut; die Konditionen macht die ausgebende Bank. Mehr dazu liest du im Vergleich Visa oder Mastercard. American Express bietet starke Bonusprogramme, wird aber in vielen Ländern seltener angenommen und taugt darum eher als Zweitkarte.

Was kostet dich die Kreditkarte im Urlaub? Diese Gebühren lauern

Ob eine Kreditkarte auf Reisen günstig oder teuer ist, entscheiden vier Posten, auf die du vor der Abreise im Preisverzeichnis deines Anbieters achten solltest:

  1. Jahresgebühr: Viele gute Reisekreditkarten kosten dauerhaft 0 Euro, Premiumkarten mit Versicherungspaket dagegen oft 100 Euro pro Jahr oder mehr.
  2. Fremdwährungsgebühr: Beim Bezahlen außerhalb der Eurozone schlagen viele Banken 1 bis 2 Prozent auf jeden Umsatz in Fremdwährung. Bei 2.000 Euro Reiseausgaben sind das schnell 30 bis 40 Euro, nur für den Auslandseinsatz.
  3. Gebühren fürs Geldabheben: Ohne reisetaugliche Karte schlägt jede Abhebung am Geldautomaten mit oft 2 bis 4 Prozent zu Buche, mindestens aber einen festen Betrag von etwa 5 Euro.
  4. Sollzinsen: Bei Karten mit Teilzahlung (Revolving-Cards) fallen hohe Zinsen an, wenn du die Rechnung nicht komplett ausgleichst. Stelle die Kreditkarte auf vollständigen Ausgleich, dann zahlst du keine Zinsen.

Die gute Nachricht: Es gibt genug Anbieter, bei denen alle vier Posten wegfallen. Eine dauerhaft kostenlose Kreditkarte ohne Extra-Gebühren fürs Bezahlen und Geldabheben in Fremdwährung ist die ideale Kreditkarte fürs Ausland, ganz ohne Kontobindung. Welche Karten das aktuell sind, siehst du im Kreditkartenrechner auf unserer Startseite, dort vergleichst du die jeweiligen Konditionen direkt nebeneinander.

Geld abheben im Ausland: so bleibst du gebührenfrei

Ganz ohne Bargeld kommst du in kaum einem Reiseland aus. Damit Bargeldabhebungen gratis bleiben, sollten drei Dinge stimmen:

  • Karte ohne Abhebegebühr nutzen. Mit einer guten Reisekreditkarte ziehst du weltweit kostenlos Bargeld, egal an welchem Geldautomaten.
  • Betreiber-Entgelt einkalkulieren. Unabhängig von deiner Bank verlangen manche Automatenbetreiber vor Ort ein eigenes Entgelt, in Thailand oder den USA teils umgerechnet 5 bis 7 Euro pro Abhebung. Der Automat zeigt den Aufschlag vor der Bestätigung an; oft steht in der Nähe ein anderer, der weniger oder nichts verlangt.
  • Wenige große statt vieler kleiner Abhebungen. So fallen fixe Entgelte seltener an und du stehst seltener am Automaten, das ist auch sicherer.

Vorsicht bei Kreditkarten, die Bargeldabhebungen sofort verzinsen: Bei einigen gebührenfreien Anbietern laufen ab dem Tag der Abhebung Zinsen auf den Betrag, bis du ihn ausgleichst. Wer viel Bargeld braucht, überweist idealerweise direkt nach dem Geldabheben oder wählt gleich eine Karte ohne diese Regelung.

In Landeswährung zahlen: der wichtigste Tipp für den Wechselkurs

An vielen Geldautomaten und Kassenterminals im Ausland erscheint die Frage, ob du in Euro oder in Landeswährung abrechnen willst. Die Antwort lautet immer: Landeswährung. Hinter der Euro-Option steckt die sogenannte Dynamic Currency Conversion, eine Sofortumrechnung durch den jeweiligen Betreiber. Dessen Wechselkurs liegt oft 3 bis 10 Prozent über dem offiziellen Kurs, ein reines Verlustgeschäft für dich.

Wählst du dagegen die Landeswährung, rechnet Mastercard oder Visa den Umsatz zum tagesaktuellen Netzwerk-Kurs um. Der liegt nah am Devisenmittelkurs und ist fast immer günstiger. Merke dir also für jede Zahlung und jede Abhebung: Sofortumrechnung ablehnen, in lokaler Währung bestätigen. Innerhalb der Eurozone stellt sich die Frage nicht, dort kannst du mit einer guten Kreditkarte bezahlen wie zu Hause, ohne Aufschlag.

Reisekreditkarte mit Versicherungen: was bringen die Extras?

Premium-Reisekreditkarten, etwa Gold- oder Platin-Varianten, werben mit Versicherungspaketen. Sinnvoll sind vor allem diese Leistungen:

  • Auslandsreise-Krankenversicherung: übernimmt Behandlungskosten und im Ernstfall den Rücktransport nach Deutschland.
  • Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung: springt ein, wenn du die Reise absagen oder abbrechen musst.
  • Mietwagen-Vollkasko und Gepäckversicherung: je nach Karte als Zusatzbaustein enthalten.

Wichtig ist das Kleingedruckte. Viele dieser Versicherungen gelten nur, wenn du die Reise mit der Kreditkarte bezahlst, und oft sichern sie nur den Karteninhaber ab, nicht die ganze Familie. Prüfe außerdem Selbstbehalte und maximale Reisedauer. Als Faustregel: Wer nur einmal im Jahr verreist, fährt mit einer kostenlosen Karte plus separater Auslandskrankenversicherung für wenige Euro meist günstiger. Vielreisende können mit einem guten Versicherungspaket dagegen sparen; für sie lohnt auch ein Blick auf spezielle Vielflieger-Kreditkarten mit Meilenprogramm oder eine goldene Kreditkarte.

Die beste Kreditkarte für Reisen finden

Die beste Kreditkarte fürs Ausland erfüllt drei Bedingungen: keine Jahresgebühr, keine Fremdwährungsgebühr, weltweit gebührenfrei Bargeld. Alles darüber hinaus, etwa Versicherungen, Lounge-Zugang oder Cashback, ist Kür und hängt davon ab, wie oft und wie du verreist.

So findest du die passende Kreditkarte:

  1. Überlege, was du brauchst: nur günstig bezahlen und Geld abheben, oder auch Versicherungen und Extras nutzen?
  2. Vergleiche die aktuellen Konditionen im Kreditkartenrechner, die Anbieter ändern ihre Gebühren regelmäßig.
  3. Achte auf den Kartentyp: Für Mietwagen und Kautionen sollte es eine echte Kreditkarte sein, keine Debitkarte.
  4. Beantrage die Karte mindestens zwei bis drei Wochen vor der Abreise, damit du die physische Karte samt PIN rechtzeitig erhältst.

Bewährte gebührenfreie Reisekreditkarten kommen unter anderem von der Hanseatic Bank und der TF Bank (Mastercard Gold), auch die Gebührenfrei Mastercard Gold von Advanzia und die Consors Finanz Mastercard tauchen in Tests und Bewertungen regelmäßig auf. Welche Karte gerade die günstigsten Konditionen bietet, verrät dir der tagesaktuelle Vergleich, denn genau beim Geldabheben und bei Umsätzen in Fremdwährung unterscheiden sich die Anbieter im Detail. Ein Tipp dazu: Wirf auch einen Blick auf aktuelle Bewertungen anderer Kunden, sie zeigen, wie der Anbieter im Alltag reagiert, besonders bei Reklamationen.

Unterwegs mit Karte: 5 Tipps für die Reise

Mit ein paar Handgriffen vor der Abreise ersparst du dir im Urlaub böse Überraschungen:

  1. Zweite Karte einpacken. Falls eine Karte gestohlen, gesperrt oder vom Automaten eingezogen wird, rettet dich das Backup. Bewahre beide getrennt auf, eine davon im Hotelsafe.
  2. Kreditkarte für das Reiseland freischalten. Manche Banken blocken Regionen wie Asien oder Nordamerika standardmäßig gegen Betrug (Geoblocking). Die Freischaltung erledigst du in der Banking-App.
  3. PIN im Kopf, nicht im Portemonnaie. Und für Notfälle: Mit dem Sperrnotruf 116 116 sperrst du deine Karte aus dem Ausland (mit Vorwahl +49).
  4. Kontaktlos und mobil zahlen. Apple Pay und Google Pay kannst du im Ausland genauso nutzen wie zu Hause, durch 3D Secure und Tokenisierung besonders sicher.
  5. Abrechnung im Blick behalten. Prüfe Umsätze schon während der Reise in der App. Unberechtigte Abbuchungen kannst du per Chargeback reklamieren.

So vorbereitet bezahlst du im Urlaub entspannt, sicher und ohne unnötige Gebühren, von der Ankunft am Flughafen bis zur letzten Abhebung vor dem Rückflug.

Häufig gestellte Fragen

Welche Kreditkarte ist die beste für den Urlaub?

Die ideale Reisekreditkarte kostet keine Jahresgebühr, verlangt keine Fremdwährungsgebühr und gibt weltweit kostenlos Bargeld aus. Karten wie die Hanseatic Bank GenialCard oder die TF Bank Mastercard Gold erfüllen diese Kriterien seit Jahren. Vergleiche die aktuellen Konditionen im Rechner, bevor du dich festlegst.

Was kostet das Bezahlen mit Kreditkarte im Ausland?

Innerhalb der Eurozone zahlst du mit fast jeder Karte ohne Aufschlag. Außerhalb verlangen viele Banken eine Fremdwährungsgebühr von 1 bis 2 Prozent pro Umsatz. Gute Reisekreditkarten verzichten komplett darauf, dann kostet dich das Bezahlen im Ausland keinen Cent extra.

Soll ich im Ausland in Euro oder Landeswährung zahlen?

Immer in Landeswährung. Die angebotene Sofortumrechnung in Euro (Dynamic Currency Conversion) nutzt einen schlechten Kurs des Terminal- oder Automatenbetreibers und macht Zahlung oder Abhebung oft mehrere Prozent teurer.

Reicht eine Debitkarte für die Reise?

Fürs Bezahlen und Geldabheben meist ja. Bei Mietwagen-Kautionen und in manchen Hotels wird die Debitkarte aber abgelehnt, oder es wird ein hoher Betrag auf deinem Girokonto geblockt. Für solche Fälle gehört eine echte Kreditkarte ins Gepäck.

Wie viel Bargeld sollte ich zusätzlich mitnehmen?

Ein kleiner Betrag in Landeswährung für die ersten ein, zwei Tage genügt, etwa für Taxi, Trinkgeld und Snacks. Den Rest holst du dir vor Ort, wenn du mit einer gebührenfreien Karte kostenlos Bargeld abheben kannst, das ist sicherer und meist günstiger als der Umtausch in Deutschland.

Warum funktioniert meine Kreditkarte im Ausland nicht?

Häufige Ursachen: Geoblocking der Bank für bestimmte Regionen, ein ausgeschöpfter Verfügungsrahmen, eine abgelaufene Karte oder ein Automat, der den Kartentyp nicht akzeptiert. Schalte die Kreditkarte vor der Reise in der App für das Reiseland frei und prüfe dein Limit.

Zahlt die Reiseversicherung der Kreditkarte automatisch?

Nein. Die meisten dieser Versicherungen gelten nur, wenn du die Reise mit der Kreditkarte bezahlst. Prüfe vor der Buchung die Versicherungsbedingungen, sonst stehst du im Schadensfall ohne Schutz da.

Tobias Friedrich
Geprüft von Tobias Friedrich
Gründer & Geschäftsführer der Finanzriese GmbH · § 34d GewO (IHK 2021)

„Beim Kreditkartenvergleich zählt nicht der lauteste Bonus, sondern die Summe der Kosten übers Jahr. Wir bewerten Karten nach Jahresgebühr, Auslandseinsatz und Bargeldkonditionen – transparent und unabhängig."

Passende Kreditkarte finden

Vergleiche über 60 Kreditkarten kostenlos und finde die Karte, die zu dir passt.

Zum Kreditkartenvergleich