Lange bevor Apple Pay und Google Pay nach Deutschland kamen, versuchten die großen Mobilfunkanbieter, das Bezahlen per Handy zu etablieren. Ihr gemeinsamer Dienst hieß mpass und brachte später sogar eine virtuelle Mastercard und einen NFC-Aufkleber mit. Zum 30. September 2016 wurde mpass eingestellt. Was der Dienst konnte, warum er scheiterte und was heute an seine Stelle tritt, liest du hier.
Das Wichtigste in Kürze
- mpass startete 2008 als gemeinsamer Bezahldienst von O2 und Vodafone, die Telekom kam 2012 dazu.
- Bezahlt wurde online per Handynummer und PIN, später auch kontaktlos per NFC-Sticker und virtueller mpass Mastercard.
- Vodafone und Telekom stiegen vorzeitig aus, Telefónica stellte mpass zum 30. September 2016 komplett ein.
- Restguthaben wurde nach der Abschaltung automatisch auf das hinterlegte Bankkonto zurücküberwiesen.
- Die Rolle von mpass haben heute Apple Pay und Google Pay übernommen, in Kombination mit einer normalen Kreditkarte.
Was war mpass?
mpass ging 2008 an den Start, zunächst als Bezahlverfahren für Onlineshops. Statt Kartendaten einzutippen, hast du beim Bezahlen deine Handynummer und eine PIN eingegeben, der Betrag wurde anschließend per Lastschrift vom Girokonto abgebucht. Getragen wurde der Dienst von O2 und Vodafone, ab 2012 machte auch die Deutsche Telekom mit.
Im selben Jahr bekam mpass eine zweite Funktion: kontaktloses Bezahlen an der Ladenkasse. Dafür gab es einen NFC-Aufkleber fürs Handy und eine virtuelle mpass Mastercard auf Guthabenbasis. Die Technik im Hintergrund lieferte übrigens ein damals gefeierter Zahlungsdienstleister, dessen Name heute einen anderen Klang hat: Wirecard. Mehr zur Funktionsweise des kontaktlosen Bezahlens erklärt unser Lexikon-Eintrag zum NFC-Chip.
Warum wurde mpass eingestellt?
Der große Durchbruch blieb aus. Die Zahl der Akzeptanzstellen wuchs langsam, das Aufkleber-System wirkte umständlich, und die drei Netzbetreiber verfolgten zunehmend eigene Pläne. Vodafone setzte auf seine SmartPass-Karte, die Telekom auf MyWallet, beide verließen mpass. Telefónica führte den Dienst noch eine Weile allein weiter und zog dann den Stecker: Zum 30. September 2016 wurde mpass abgeschaltet.
Karteninhaber konnten den NFC-Sticker und die virtuelle Mastercard bis zum letzten Tag nutzen. Restguthaben überwies der Anbieter danach automatisch auf das hinterlegte Bankkonto zurück. Telefónica startete kurz darauf mit O2 Banking ein eigenes mobiles Bankkonto, damals in Kooperation mit der inzwischen ebenfalls abgewickelten Fidor Bank.
Mobil bezahlen heute: die Nachfolger von mpass
Was mpass versuchte, ist heute Alltag, nur mit anderen Anbietern. Google Pay und Apple Pay starteten 2018 in Deutschland und funktionieren an praktisch jedem kontaktlosen Kassenterminal. Du hinterlegst einfach eine Kreditkarte oder Debitkarte in der Wallet-App deines Smartphones und bezahlst per Handy oder Smartwatch.
Die Grundlage dafür ist eine passende Karte. Dauerhaft gebührenfreie Modelle, die Apple Pay und Google Pay unterstützen, findest du im Ratgeber kostenlose Kreditkarte. Vergleiche am besten direkt im Kreditkartenvergleich auf unserer Startseite, welche Karte zu deinem Alltag passt.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es mpass noch?
Nein. Telefónica hat den Dienst zum 30. September 2016 eingestellt, nachdem Vodafone und Telekom schon vorher ausgestiegen waren. Weder das Online-Bezahlverfahren noch die mpass Mastercard existieren heute noch.
Was ist mit Guthaben auf der mpass Mastercard passiert?
Die virtuelle Karte und der NFC-Sticker liefen auf Guthabenbasis. Nach der Abschaltung wurde verbliebenes Guthaben automatisch auf das im Kundenkonto hinterlegte Bankkonto zurücküberwiesen.
Was ist der Nachfolger von mpass?
Einen direkten Nachfolger gibt es nicht. Die Funktion übernehmen heute Apple Pay und Google Pay, in die du eine normale Kredit- oder Debitkarte einbindest. Passende gebührenfreie Karten zeigt dir der Rechner auf der Startseite.
Warum ist mpass gescheitert?
Zu wenige Akzeptanzstellen, umständliche Technik mit NFC-Aufklebern und drei Anbieter mit unterschiedlichen Interessen. Als Smartphones mit eingebautem NFC und die großen Wallets von Apple und Google kamen, war das Konzept überholt.
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