Die Targobank gehört zu den wenigen Filialbanken, die eine dauerhaft kostenlose Kreditkarte ohne eigenes Girokonto ausgeben. Neben der gebührenfreien Targobank Online-Classic-Karte stehen mit Gold und Premium zwei Varianten mit Rabatt-Programm und Versicherungspaket zur Wahl. Wir zeigen dir, welche Leistungen die drei Visa Karten bieten, welche Gebühren beim Bargeld abheben und im Ausland anfallen und für wen sich welche Kreditkarte der Targobank lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Targobank bietet drei Kreditkarten an: die Online-Classic-Karte ohne Jahresgebühr, die Gold-Karte für 59 Euro und die Premium-Karte für 97 Euro jährlich, alle als Visa.
- Ein Girokonto bei der Targobank brauchst du nicht, abgerechnet wird monatlich per Lastschrift über ein Referenzkonto deiner Wahl.
- Kostenlose Bargeldabhebungen gibt es mit der Classic nur an Targobank-Automaten; Gold und Premium bieten Gratis-Cash weltweit an Automaten mit Visa-Logo.
- Jenseits des Euroraums wird es teuer: Auslandseinsatzentgelt und Fremdwährungszuschlag summieren sich auf rund 3,85 Prozent.
- Alle drei Modelle sind echte Revolving-Karten mit Teilzahlung. Wer nicht den vollen Betrag zurückzahlt, zahlt hohe Sollzinsen.
Welche Targobank Kreditkarten gibt es?
Die Targobank, seit 2008 Teil der französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel, hat ihr Kartenangebot klar gestaffelt. Alle drei Modelle laufen über Visa, kommen ohne Targobank Girokonto aus und lassen sich ganz einfach online beantragen. Der Unterschied liegt in Jahresgebühr und Zusatzleistungen:
- Online-Classic-Karte: dauerhaft kostenlos, ohne Extras. Der Einstieg für alle, die schlicht eine Karte ohne Grundgebühr suchen.
- Gold-Karte: 59 Euro jährlich, dafür 1 Prozent Cashback auf alle Einkäufe (bis 100 Euro pro Jahr), Gratis-Cash weltweit und eine Einkaufsschutzversicherung.
- Premium-Karte: 97 Euro jährlich, mit Bonuspunkten auf den Einkaufsumsatz, doppelten Punkten auf Reisebuchungen und einem Paket aus neun Versicherungen, darunter Auslandsreisekranken- und Reiseabbruchversicherung.
Zusätzlich gibt es bei allen Karten einen Reise-Rabatt über den Partner Urlaubsplus: Bei Buchung über Urlaubsplus erhalten Karteninhaber 5 Prozent Reiserückerstattung. Ob dir das etwas bringt, hängt davon ab, ob du ohnehin über dieses Portal buchen würdest.
Online-Classic-Karte: die kostenlose Visa der Targobank
Die Targobank Online-Classic-Karte ist das Aushängeschild im Sortiment. Sie kostet keine Jahresgebühr, und zwar dauerhaft, nicht nur in den ersten zwölf Monaten. Du bezahlst mit ihr weltweit überall dort, wo Visa akzeptiert wird, kontaktlos an der Kasse oder mobil per Smartphone.
Beim Bargeld gilt: Kostenfrei abheben kannst du an allen Targobank-Geldautomaten in Deutschland. An fremden Automaten verlangt die Bank dagegen 3,5 Prozent des Betrags, mindestens 5,95 Euro. Wer regelmäßig unterwegs Geld zieht, sollte das einkalkulieren. Für den Einsatz an der Ladenkasse und beim Onlineshopping im Euroraum bleibt die Targobank Classic hingegen komplett gebührenfrei.
Damit ist die Online-Classic-Karte eine solide kostenlose Kreditkarte für den Alltag in Deutschland und der Eurozone. Als Reisekarte für Ziele in fremder Währung taugt sie wegen der Fremdwährungskosten weniger, dazu gleich mehr.
Gold und Premium: Leistungen für Vielnutzer und Reisende
Die Gold-Karte richtet sich an Vielnutzer. Für 59 Euro Jahresgebühr bekommst du 1 Prozent Cashback auf alle Einkäufe, gedeckelt bei 100 Euro jährlich. Wer also mindestens 5.900 Euro pro Jahr über die Karte bezahlt, holt die Gebühr über die Rückvergütung fast wieder herein. Dazu kommt Gratis-Cash: Bargeldabhebungen sind weltweit an allen Geldautomaten mit Visa-Logo möglich, ohne den Abschlag der Classic. Eine Einkaufsschutzversicherung rundet das Paket ab. Wie sich das Modell gegen andere goldene Kreditkarten schlägt, zeigt unser separater Vergleich.
Die Premium-Karte legt für 97 Euro jährlich noch eine Schippe drauf. Statt Cashback gibt es ein Bonusprogramm: Auf den Einkaufsumsatz erhalten Kunden Bonuspunkte im Wert von 1 Prozent, auf Reisebuchungen den doppelten Satz, maximal 20.000 Punkte jährlich. Wichtiger sind die neun enthaltenen Versicherungen, unter anderem eine Familien-Auslandsreisekrankenversicherung, eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung sowie eine Mietwagen-Vollkasko. Für Vielreisende ersetzt das einzeln abgeschlossene Policen, die zusammen schnell mehr kosten als die Karte selbst. Detaillierte Informationen zu Leistungsgrenzen und Bedingungen entnimmst du den aktuellen Versicherungsbedingungen der Bank, prüfe sie vor dem Antrag.
Gebühren: Bargeld, Ausland und Teilzahlung
Bei den Nebenkosten zeigt sich, wo die Targobank ihr Geld verdient. Diese Posten solltest du kennen, bevor du eine der Karten beantragst:
- Bargeld an Fremdautomaten: 3,5 Prozent, mindestens 5,95 Euro (Classic). Gold und Premium heben an Visa-Automaten weltweit gebührenfrei ab.
- Einsatz in fremder Währung: Es fallen ein Auslandseinsatzentgelt von 1,85 Prozent plus ein Fremdwährungszuschlag von 2 Prozent an, zusammen rund 3,85 Prozent auf jede Zahlung außerhalb des Euroraums. Das gilt für alle drei Karten. Was hinter dem Entgelt für den Auslandseinsatz steckt, erklärt unser Lexikon.
- Sollzinsen bei Teilzahlung: Alle Targobank Kreditkarten sind Revolving-Karten. Zahlst du die Abrechnung nicht komplett zurück, werden auf den offenen Betrag effektiv 15,87 Prozent im Jahr fällig.
Der Rat ist derselbe wie bei jeder Revolving-Karte: Stelle die Rückzahlung auf 100 Prozent und gleiche die Abrechnung jeden Monat vollständig aus. Dann bleibt die Classic tatsächlich kostenlos, und Gold wie Premium kosten nur ihre Jahresgebühr. Die Teilzahlungsfunktion ist bequem, als Dauerkredit wegen der hohen Zinsen aber eine der teuersten Lösungen am Markt.
Für Reisen außerhalb der Eurozone sind alle drei Karten wegen der Fremdwährungskosten keine gute Wahl. Wer viel unterwegs ist, kombiniert die Karte besser mit einer reisetauglichen Zweitkarte ohne Fremdwährungsgebühr, passende Modelle findest du im Ratgeber zur Kreditkarte im Urlaub.
Kontaktlos bezahlen mit Apple Pay und Google Pay
Im Alltag funktioniert die Kreditkarte der Targobank wie jede moderne Visa: kontaktlos bezahlen per NFC, mobil bezahlen mit Apple Pay auf dem iPhone oder der Apple Watch und mit Google Pay auf Android-Geräten. Umsätze, Abrechnungen und dein persönliches Kartenlimit verwaltest du einfach im Online-Banking oder in der App. Dort lässt sich die Karte bei Verlust auch sofort sperren.
Bei der Sicherheit setzt die Bank auf die üblichen Standards: 3-D Secure (Visa Secure) bei Online-Zahlungen, Bestätigung über die App oder per SMS-TAN und die gesetzliche Haftungsgrenze bei Kartenmissbrauch. Warum Visa als Netzwerk praktisch überall funktioniert und wo die Unterschiede zur Konkurrenz liegen, liest du im Vergleich Visa oder Mastercard.
Vorteile und Nachteile: für wen lohnt sich die Targobank Kreditkarte?
Die ehrliche Antwort: Es kommt auf dein Nutzungsprofil an. So verteilen sich die Vorteile:
- Die Online-Classic-Karte passt, wenn du eine kostenlose Visa ohne Kontowechsel suchst, vor allem in Deutschland und der Eurozone bezahlst und Bargeldabhebungen an Targobank-Automaten erledigen kannst.
- Die Gold-Karte rechnet sich ab etwa 6.000 Euro Kartenumsatz jährlich über den Cashback, dazu kommt weltweit gebührenfreies Abheben.
- Die Premium-Karte lohnt sich für Vielreisende, die das Versicherungspaket nutzen, Reisen über die Karte buchen und die Punkte tatsächlich einlösen.
Nachteile bleiben die Kosten in fremder Währung und die hohen Teilzahlungszinsen. Wer häufig jenseits des Euroraums bezahlt, findet bei Direktbanken Karten ohne Fremdwährungsgebühr und mit kostenlosem Bargeldbezug. Vergleiche die aktuellen Konditionen am besten direkt im Kreditkartenvergleich auf unserer Startseite, dort siehst du die Targobank neben den Alternativen.
Targobank Kreditkarte beantragen: So läuft der Antrag
Der Antrag läuft komplett online und ist einfach in rund zehn Minuten erledigt. Du wählst das gewünschte Modell, gibst deine persönlichen Daten, dein Einkommen und dein Referenzkonto an und bestätigst deine Identität per Video-Ident. Die Targobank prüft anschließend deine Bonität über die Schufa. Voraussetzungen sind ein Wohnsitz in Deutschland, Volljährigkeit und ein regelmäßiges Einkommen.
Nach der Genehmigung kommt die Karte per Post, die PIN separat. Abgerechnet wird einmal im Monat per Lastschrift vom Referenzkonto, das bei jeder beliebigen Bank liegen darf. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Tipps zur Genehmigungschance findest du im Ratgeber Kreditkarte beantragen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Targobank Kreditkarte?
Die Online-Classic-Karte ist dauerhaft kostenlos, Gold kostet 59 Euro und Premium 97 Euro jährlich. Dazu können Gebühren für Bargeld an Fremdautomaten (3,5 Prozent, mindestens 5,95 Euro bei der Classic) und rund 3,85 Prozent für Zahlungen in fremder Währung kommen.
Brauche ich ein Girokonto bei der Targobank?
Nein. Alle drei Kreditkarten gibt es ohne Konto der Bank. Die Abrechnung wird jeden Monat per Lastschrift von einem Referenzkonto eingezogen, das bei jeder Bank geführt werden kann.
Kann ich mit der Targobank Kreditkarte kostenlos Bargeld abheben?
Mit der Targobank Classic nur an den bankeigenen Geldautomaten in Deutschland. Gold und Premium bieten Gratis-Cash weltweit an allen Automaten mit Visa-Logo. Details und Limits stehen im Preisverzeichnis der Bank.
Ist die Targobank Kreditkarte fürs Ausland geeignet?
Im Euroraum ja, dort bezahlst du gebührenfrei. Außerhalb der Eurozone fallen Auslandseinsatzentgelt und Fremdwährungszuschlag von zusammen rund 3,85 Prozent an. Für Fernreisen ist eine Karte ohne diese Gebühren die bessere Wahl.
Wie hoch sind die Zinsen bei Teilzahlung?
Bei Teilzahlung berechnet die Targobank effektiv 15,87 Prozent im Jahr auf den offenen Betrag. Wer die Abrechnung monatlich vollständig ausgleicht, zahlt keine Zinsen.
Welche Vorteile bietet die Premium-Karte gegenüber der Gold-Karte?
Die Premium-Karte enthält neun Versicherungen statt einer, darunter Auslandsreisekranken- und Mietwagen-Vollkaskoschutz, und vergütet Reisebuchungen mit doppelten Bonuspunkten. Dafür liegt die Gebühr mit 97 Euro deutlich höher.
Welche Schufa-Voraussetzungen gelten?
Die Targobank prüft vor der Ausgabe die Bonität über die Schufa. Ein regelmäßiges Einkommen und eine saubere Selbstauskunft erhöhen die Chance auf Genehmigung. Ganz ohne Schufa-Prüfung gibt es die Karten nicht, hier hilft nur eine Prepaid-Alternative.
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