VISA oder Mastercard: Was ist besser?

Visa oder Mastercard

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Der Markt für Kreditkarten wird unter den vier Unternehmen Visa, Mastercard, American Express und Diners Club aufgeteilt. In Deutschland sind vor allem Kreditkarten von Visa und Mastercard verbreitet. Eine direkt Bestellung bei den Anbietern ist dabei nicht möglich. Zu den Emittenten gehören in erster Linie Banken und Sparkassen. Viele Verbraucher stellen sich die Frage, ob es nun eine Visa Karte oder eine Mastercard sein soll. Im Vorfeld lässt sich bereits sagen, dass die Unterschiede zwischen beiden Anbietern relativ gering ist. Deshalb ist es wichtiger, bei einem Vergleich auf die Konditionen der ausgebenden Banken zu achten.

VISA vs. Mastercard: Unterschiede bei der Akzeptanz

Das wichtigste Kriterium für Verbraucher ist sicher die Akzeptanz. Insbesondere bei Auslandsreisen ist es wichtig, dass eine möglichst flächendeckende Versorgung mit Bargeld möglich ist. Zudem sollte natürlich auch das Bezahlen in vielen Geschäften möglich sein. Welcher Anbieter schneidet bei diesem Punkt besser ab?

In Deutschland gibt es diesbezüglich nur geringe Unterschiede. Visa wird aktuell in rund 500.000 Geschäften akzeptiert. Mastercard liegt mit etwa 450.000 Akzeptanzstellen nur knapp dahinter. Bei einem weltweiten Vergleich fällt der Unterschied etwas deutlicher aus. Hier liegt Mastercard mit 35 Millionen Akzeptanzstellen recht klar vor Visa mit rund 24 Millionen. Bei der Bargeldversorgung liegt Mastercard mit zwei Millionen Geldautomaten ebenfalls vorne. Visa bietet mit 1,6 Millionen Automaten jedoch ebenfalls noch eine gute Abdeckung.

Je nach Urlaubsregion, gibt es ebenfalls kleinere Unterschiede. So ist die Akzeptanz von Visa Karten in Asien tendenziell etwas höher. Dagegen ist das Mastercard Logo in den USA etwas häufiger zu finden.

Mastercard und VISA im Vergleich

Wie bereits erwähnt, werden die Karten selbst nicht von den Gesellschaften ausgegeben. Von Mastercard und Visa erfolgt lediglich eine Lizenzvergabe an Banken und Sparkassen. Visa Europe ist eine Organisation, der insgesamt rund 4.000 Geldinstitute angehören. In Kooperation mit Visa Inc. aus den USA wird eine weltweite Akzeptanz der Karten sichergestellt. In Europa sind derzeit rund 500 Millionen Debit-, Kredit-, Prepaid- und Firmenkarten im Umlauf.

Matercard Worldwide ist einer der führenden Anbieter von Zahlungsverkehrslösungen. Das Unternehmen wurde bereits 1966 gegründet und ist seit 2006 an der New Yorker Wall Street notiert. Heutzutage können Kunden in etwa 210 Ländern mit ihrer Mastercard bezahlen.

Wie sieht es mit den Leistungen aus bei VISA und Mastercard?

Was die grundsätzlichen Leistungen betrifft, gibt es zwischen den beiden Anbietern keine Unterschiede. Kartenbesitzer können grundsätzlich weltweit bei den vorhandenen Akzeptanzstellen bezahlen und am Automaten Bargeld abheben. Zahlungen in Online Shops sind natürlich ebenfalls möglich. Welche Leistungen im Detail enthalten sind wird immer vom jeweiligen Herausgeber festgelegt.

In der Praxis kommen in erster Linie die folgenden Kartentypen zum Einsatz:

  • Visa Classic bzw. Mastercard Standard: Mit diesen Karten kann weltweit bezahlt und Bargeld abgehoben werden. Weitere Leistungen sind in der Regel nicht erhalten. Der Verfügungsrahmen ist eher klein, die Anforderungen an die Bonität deshalb nicht so hoch.
  • Visa Gold bzw. Mastercard Gold: Hier besteht zumeist ein höherer Verfügungsrahmen. Zudem ist in der Regel noch ein Paket mit Versicherungen enthalten.
  • Visa Platin bzw. Mastercard Platin: Es handelt sich hierbei um exklusive Angebote für eher wohlhabende Kunden. Neben Versicherungen gehören zumeist noch Bonusprogramme sowie der Zutritt zu Flughafenlounges, Golfclub zum Angebot.
  • Visa Prepaid bzw. Mastecard Prepaid: Diese Kreditkarten werden auf Guthabenbasis geführt. Deshalb ist keine Schufaprüfung und kein Einkommensnachweis erforderlich.

Bezüglich der Abrechnung gibt es ebenfalls noch einige Unterschiede. In Deutschland sehr beliebt sind die sogenannten Charge Cards. Der Kunde erhält einmal monatlich eine Abrechnung und der Betrag wird anschließend in einer Summe eingezogen. Dazu gibt es auch Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion. Einige Banken bieten zudem Debitcards an, bei denen Umsätze sofort auf dem zugehörigen Girokonto belastet werden. Von Mastercard und Visa werden grundsätzlich alle Varianten angeboten.

Sicherheit bei Mastercard und VISA

In puncto Sicherheit gibt es zwischen Mastercard und Visa kaum Unterschiede. Beide Unternehmen setzen für ihre Karten die modernsten Sicherheitstechnologien ein. Darüber hinaus haben die Anbieter Verfahren entwickelt, die insbesondere das Bezahlen im Internet sicherer machen sollen.
Frau mit Kreditkarte

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Das Verfahren bei Visa nennt sich „3D Secure“. Der Kunde erhält hierbei eine weitere PIN, welche bei den Zahlungsvorgängen im Internet abgefragt wird. Während der Zahlung wird eine zusätzliche Verbindung aufgebaut, um Kreditkartennummer mit dem Securecode abzugleichen. Der Shopbetreiber selbst ist in diese Prüfung nicht involviert. Ob ein Online Shop das zusätzliche Sicherheitsverfahren nutzt, ist am „Verified by Visa“ Logo zu erkennen. Dies ist für Kartenbesitzer interessant, da bei Missbrauch ein erweiterter Schutz besteht. Mastercard bietet mit dem „SecureCode“ ein ähnliches System an. Hier müssen Karteninhaber sich ebenfalls über eine zusätzliche PIN verifizieren.

Mit Mastercard Paypass können kleinere Beträge bis 25 Euro ohne Eingabe des PIN bzw. Unterschrift bezahlt werden. Einfach die Kreditkarte an das Terminal halten. Die Zahlung wird durch einen Piepton bestätigt. Selbstverständlich ist das kontaktlose Bezahlen mit den neueren Kreditkarten von Visa ebenfalls möglich.

Fazit: Nur geringe Unterschiede zwischen Mastercard und Visa

Für Verbraucher spielt die Frage nach Mastercard oder Visa beim Vergleich von Kreditkarten eher eine untergeordnete Rolle. Zumindest in Deutschland gibt es bezüglich der Akzeptanz kaum Unterschiede. Werden Kreditkarten akzeptiert sind in Regel immer beide Varianten möglich. Es gibt deutlich wichtigere Kriterien auf die bei einem Vergleich geachtet werden sollte. Hierzu gehören in erster Linie die Kosten. Neben der möglichen Jahresgebühr sind besonders die Gebühren für den Bargeldbezug von Bedeutung. Bei Transfers in fremden Währungen fällt je nach Anbieter noch eine Fremdwährungsgebühr an.

Für Nutzer, die häufiger im Ausland unterwegs sind, kann sich eine Kreditkarte mit Versicherungspaket lohnen. Wichtig ist hier immer ein genauer Blick in die Geschäftsbedingungen. Häufig werden Leistungen nur dann erbracht, wenn die Reise auch mit der Kreditkarte bezahlt wurde. Zudem gibt es im Vergleich zu eigenständigen Policen oftmals Einschränkungen.

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