Ende 2016 war das hier eine Nachricht wert: Barclaycard führte als einer der ersten großen Kartenanbieter das VideoIdent-Verfahren ein, Kunden mussten für die Legitimation nicht mehr in die Postfiliale. Fast zehn Jahre später ist aus der Neuheit der Normalfall geworden, und die Marke Barclaycard gibt es gleich zweimal nicht mehr. Dieser Beitrag ordnet ein, was aus der damaligen Meldung wurde und welche Ident-Verfahren dir heute beim Kartenantrag begegnen.
Das Wichtigste in Kürze
- VideoIdent ist längst Standard: Praktisch jede Direktbank bietet die Legitimation per Videochat an, der Gang zur Postfiliale ist die Ausnahme geworden.
- Die Marke von damals existiert nicht mehr. Aus Barclaycard wurde 2021 Barclays, seit Februar 2026 läuft das deutsche Kartengeschäft unter easybank (BAWAG Group).
- Neben VideoIdent haben sich weitere Verfahren etabliert, vor allem die eID-Funktion des Personalausweises, mit der die Identifizierung in wenigen Minuten klappt.
- Vom Online-Antrag bis zur einsatzbereiten Karte vergehen heute oft nur wenige Tage, mit virtueller Karte teils nur Minuten.
Was 2016 passierte und was daraus wurde
Die ursprüngliche Meldung war schnell erzählt: Barclaycard-Kunden konnten sich beim Kartenantrag per Live-Videochat mit einem Mitarbeiter identifizieren, täglich von früh bis spät, statt mit dem PostIdent-Coupon in der Filiale anzustehen. Technischer Partner war der Ident-Dienstleister WebID.
Rückblickend war das der Anfang eines Branchenumbruchs. Heute wickeln spezialisierte Anbieter wie WebID, IDnow und Postident digital Millionen Legitimationen pro Jahr ab, und kaum eine Bank verzichtet auf ein digitales Ident-Verfahren. Wer heute eine Karte beantragt, entscheidet sich meist zwischen drei Wegen:
- VideoIdent: Videochat mit geschultem Personal, Ausweis in die Kamera halten, TAN bestätigen. Dauert 5 bis 10 Minuten und funktioniert abends und am Wochenende.
- eID / AusweisApp: Identifizierung mit der Online-Funktion des Personalausweises per NFC-Smartphone. Ohne Wartezeit und ohne Gespräch, oft in unter fünf Minuten erledigt.
- PostIdent in der Filiale: den Klassiker gibt es weiterhin, sinnvoll für alle, die kein Smartphone nutzen möchten.
Den kompletten Ablauf vom Vergleich über den Antrag bis zur PIN beschreibt der Ratgeber Kreditkarte beantragen.
Und was wurde aus Barclaycard?
Die Karte von damals hat zwei Namenswechsel hinter sich. 2021 strich die britische Barclays-Gruppe das „card“ und führte ihre deutschen Produkte unter der Marke Barclays weiter. Dann verkaufte Barclays das deutsche Privatkundengeschäft an die österreichische BAWAG Group, seit dem 3. Februar 2026 firmiert das Geschäft unter easybank. Bestehende Karten bleiben gültig und werden nach und nach gegen Karten im neuen Design getauscht, an den Konditionen hat sich dabei nichts geändert.
Die ganze Geschichte samt Einordnung für Bestandskunden und Alternativen findest du auf unserer Seite zur Barclaycard Visa.
Warum die Ident-Pflicht überhaupt besteht
Die Legitimation ist keine Schikane der Banken, sondern Vorgabe des Geldwäschegesetzes: Wer ein Konto oder eine Kreditkarte mit Kreditrahmen eröffnet, muss zweifelsfrei identifiziert werden. Parallel prüft die Bank deine Bonität über eine Schufa-Abfrage. Beides zusammen entscheidet, ob und mit welchem Rahmen die Karte genehmigt wird.
Gut zu wissen: Das Ident-Verfahren kostet dich nichts, und du kannst es bei fast allen Anbietern frei wählen. Wenn es schnell gehen soll, ist die eID-Variante meist die flotteste, VideoIdent die beste Wahl, wenn du beim Ausfüllen lieber einen Menschen im Bild hast.
Falls du gerade eine neue Karte suchst: Im Kreditkartenvergleich findest du aktuelle Karten ohne Jahresgebühr, die sich komplett digital beantragen lassen, VideoIdent oder eID inklusive.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es die Barclaycard noch?
Als Marke nicht mehr. Aus Barclaycard wurde 2021 Barclays, seit Februar 2026 heißt das deutsche Kartengeschäft nach der Übernahme durch die BAWAG Group easybank. Bestehende Karten funktionieren weiter und werden schrittweise ausgetauscht.
Wie lange dauert VideoIdent?
Der eigentliche Videochat dauert etwa 5 bis 10 Minuten. Zu Stoßzeiten kann eine kurze Wartezeit dazukommen. Du brauchst nur deinen Ausweis, ein Smartphone oder einen Rechner mit Kamera und eine stabile Internetverbindung.
Ist VideoIdent sicher?
Ja. Die Anbieter arbeiten nach den Vorgaben der BaFin, das Gespräch wird aufgezeichnet und der Ausweis auf Echtheitsmerkmale geprüft. Wichtig ist nur, dass du das Verfahren selbst angestoßen hast: Fordert dich jemand unaufgefordert zu einem Ident-Verfahren auf, ist das ein Betrugsversuch.
Geht die Legitimation auch komplett ohne Video?
Ja, mit der eID-Funktion des Personalausweises und einem NFC-fähigen Smartphone identifizierst du dich ganz ohne Gespräch. Alternativ bleibt der klassische PostIdent-Weg in der Filiale.
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