N26 Kreditkarte: Vorteile und Nachteile der Debit Mastercard

Die N26 Kreditkarte ist eine Debit Mastercard: Jeder Umsatz wird direkt vom Konto abgebucht. Kosten, Stärken und Grenzen im Check.

Die N26 Kreditkarte gehört zu den bekanntesten Karten deutscher Fintechs, technisch ist sie allerdings keine echte Kreditkarte, sondern eine Debit Mastercard. Jeder Umsatz wird direkt vom Konto abgebucht. Was das Modell kostet, wo es im Alltag glänzt und wo seine Grenzen liegen, klären wir in diesem Check.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alle N26 Karten sind Debitkarten von Mastercard: Der Betrag wird sofort abgebucht, einen klassischen Kreditrahmen gibt es nicht.
  • Zum kostenlosen Girokonto N26 Standard gehört eine virtuelle Mastercard, die physische ist gegen einmalig 10 Euro Versand erhältlich.
  • Mit jeder N26 Mastercard kannst du weltweit kostenlos bezahlen, auch in Fremdwährung.
  • Bargeldabhebungen sind je nach Kontomodell nur 2- bis 8-mal pro Monat kostenlos, im Ausland außerhalb der Eurozone fallen bei Standard und Smart 1,7 Prozent an.
  • Für Mietwagen oder Hotelkautionen ergänzt du die Debitkarte besser um eine echte Kreditkarte aus dem Vergleich.

Was ist die N26 Kreditkarte eigentlich?

N26 startete 2015 als Berliner Fintech und bekam im Jahr 2016 die eigene Vollbanklizenz der BaFin, damals noch unter dem alten Namen Number26. Heute führt die Smartphone-Bank Millionen Konten in ganz Europa, komplett ohne Filialen. Alles läuft über die App.

Die N26 Kreditkarte ist eine Debit Mastercard: Jeder Einkauf wird direkt vom Konto abgebucht. Es gibt kein monatliches Zahlungsziel und keinen Kreditrahmen, wie ihn Charge- oder Revolving-Karten bieten. Nutzer merken davon im Alltag wenig, denn die Mastercard funktioniert an der Kasse, online und am Automaten wie gewohnt. Unterschiede zeigen sich erst bei Mietwagenbuchungen oder Hotelkautionen, wo manche Anbieter auf einer echten Kreditkarte bestehen. Welche Kartenart was kann, erklärt unsere Übersicht der Kreditkartenarten.

Girokonto und Kontomodelle: Standard, Smart, Go, Metal

Die N26 Karte gibt es nicht einzeln, sie hängt immer am Girokonto. N26 bietet vier Kontomodelle an, alle mit Debitkarte:

  • N26 Standard (0 Euro/Monat): kostenloses Girokonto mit virtueller Mastercard. Die physische Variante bestellst du optional für einmalig 10 Euro.
  • N26 Smart (4,90 Euro/Monat): physische Mastercard in fünf Farben inklusive, dazu Spaces-Unterkonten mit eigenen IBANs und Telefon-Support.
  • N26 Go (9,90 Euro/Monat): zusätzlich kostenlose Abhebungen in Fremdwährung und Reise-Extras.
  • N26 Metal (16,90 Euro/Monat): Edelstahl-Karte, Reiseversicherung inklusive Reisekranken- und Reiserücktrittsschutz sowie die höchsten Inklusivleistungen.

Für den Einstieg reicht Standard völlig. Wer viel im Ausland unterwegs ist, fährt mit Go oder Metal besser, weil dann die Gebühr für Abhebungen in Fremdwährung entfällt. Über die Spaces sparst du daneben auf Unterkonten für feste Ziele.

Was kostet die N26 Mastercard?

Beim Bezahlen nichts: Kartenzahlungen sind mit der N26 Mastercard weltweit gebührenfrei, in Euro genauso wie in Fremdwährung. Eine Jahresgebühr verlangt N26 nicht, beim Standard-Konto zahlst du lediglich einmalig 10 Euro Versand für die physische Karte. Damit zählt das Paket aus kostenlosem Girokonto und Debitkarte zu den günstigen Angeboten am Markt, ähnlich wie viele Karten in unserem Vergleich der kostenlosen Kreditkarten.

Ganz ohne Gebühren kommt N26 trotzdem nicht aus. Diese Kosten solltest du kennen:

  • Bargeldabhebungen in Euro: je nach Konto nur 2 (Standard), 3 (Smart), 5 (Go) oder 8 (Metal) Abhebungen pro Monat kostenlos, danach fällt eine Gebühr pro Abhebung an.
  • Abhebungen in Fremdwährung: 1,7 Prozent bei Standard und Smart, kostenlos bei Go und Metal.
  • Kontoführung: Smart, Go und Metal kosten monatlich zwischen 4,90 und 16,90 Euro.

Bargeld abheben: hier zeigt N26 Schwächen

Bargeld ist der schwächste Punkt. Innerhalb der Eurozone kannst du an jedem Mastercard-Automaten kostenlos abheben, aber eben nur begrenzt oft. Wer als Standard-Nutzer dreimal im Monat Bargeld zieht, zahlt für die dritte Abhebung bereits extra. Als Ausgleich bietet N26 in Deutschland CASH26: In Partnermärkten wie REWE bekommst du an der Kasse Bargeld oder zahlst welches ein.

Im Ausland außerhalb der Eurozone kommen bei Standard und Smart 1,7 Prozent des Betrags obendrauf, hohe Nebenkosten auf längeren Reisen. Bei 500 Euro in Fremdwährung sind es 8,50 Euro, nur fürs Abheben. Reisende greifen deshalb zu Go oder Metal, oder sie kombinieren das kostenlose Konto mit einer Reisekreditkarte ohne Auslandseinsatzentgelt. Was unterwegs sonst zählt, liest du im Ratgeber Kreditkarte im Urlaub.

Vorteile und Nachteile der N26 Kreditkarte

Die Stärken liegen im Alltag: Du kannst weltweit kostenlos bezahlen, siehst jede Transaktion sofort als Push-Nachricht und steuerst alles per Smartphone. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

Vorteile von N26:

  • Kostenloses Girokonto inklusive virtueller Mastercard, ohne Jahresgebühr
  • Weltweit gebührenfrei und kontaktlos bezahlen, ohne Fremdwährungsaufschlag
  • Konto schnell eröffnen per Video-Ident, Apple Pay und Google Pay ab Tag eins
  • Karte in Echtzeit sperren, entsperren und Limits anpassen, direkt in der App
  • Deutsche Banklizenz mit gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro

Nachteile von N26:

  • Keine echte Kreditkarte: kein Kreditrahmen, kein zinsfreies Zahlungsziel
  • Wenige kostenlose Bargeldabhebungen pro Monat
  • 1,7 Prozent Gebühr für Abhebungen in Fremdwährung bei Standard und Smart
  • Kein Filialnetz, Service nur digital
  • Bei Mietwagen und Kautionen wird die Debitkarte nicht überall akzeptiert

Sicherheit und App-Funktionen

N26 ist eine vollwertige deutsche Bank unter Aufsicht der BaFin, Guthaben sind bis 100.000 Euro pro Kunde gesetzlich abgesichert. Die Mastercard sicherst du über die App ab. Zu den Funktionen gehören das Sperren und Entsperren mit einem Fingertipp, das Deaktivieren von Online-Zahlungen oder Auslandseinsatz und eigene Limits. Zusätzliche Virtual Cards für Abos und Online-Shops sind je nach Kontomodell ebenfalls drin. Jede Zahlung bestätigt die Bank per Push-Nachricht in Echtzeit, verdächtige Abbuchungen fallen dadurch schnell auf. Geht die Karte verloren, hilft neben der App der Sperr-Notruf 116 116, mehr dazu im Lexikon unter Kartensperrung.

Für wen lohnt sich die N26 Kreditkarte?

Die N26 Karte passt zu dir, wenn du dein Banking komplett aufs Smartphone verlagern willst, selten Bargeld brauchst und eine kostenlose Mastercard für Alltag und Online-Shopping suchst. Besonders als Zweitkonto fürs Reisen ist das Paket interessant, weil Kartenzahlungen in Fremdwährung nichts extra kosten.

Weniger geeignet ist N26 für Nutzer, die regelmäßig Bargeld abheben, eine Filiale schätzen oder zwingend eine echte Kreditkarte brauchen. Vielreisende, die Mietwagen buchen, kombinieren das Konto sinnvoll mit einer Charge-Kreditkarte mit Verfügungsrahmen und zinsfreiem Zahlungsziel.

Alternativen zur N26 Kreditkarte

Als Alternativen zu N26 kommen zwei Richtungen infrage. Suchst du eine echte Kreditkarte als Ergänzung, sind die Hanseatic Bank GenialCard (Visa) oder die TF Bank Mastercard Gold beliebte Karten ohne Jahresgebühr, Letztere besonders für Reisen. Willst du lieber eine Visa Debitkarte mit Girokonto, bieten DKB oder ING vergleichbare Pakete mit mehr Bargeld-Spielraum. Ob Visa oder Mastercard, spielt bei der Akzeptanz kaum eine Rolle, Details dazu im Vergleich Visa oder Mastercard. Die aktuellen Konditionen aller Karten prüfst du im Kreditkartenvergleich auf der Startseite.

N26 Konto eröffnen und Karte beantragen

Beantragt wird nicht die Karte allein, sondern das Girokonto. N26 wickelt das in der App oder im Browser ab: Daten eingeben, Kontomodell wählen, Identität per Video-Ident bestätigen. Meist kannst du das Konto in wenigen Minuten eröffnen, die virtuelle Mastercard nutzt du sofort mit Apple Pay oder Google Pay. Die physische folgt einige Werktage später per Post.

Eine Schufa-Anfrage stellt N26 bei der Kontoeröffnung zwar, da die Debitkarte aber keinen Kredit gewährt, sind die Hürden niedriger als bei einer klassischen Kreditkarte. Wie der Antrag bei anderen Anbietern abläuft, zeigt der Ratgeber Kreditkarte beantragen.

Häufig gestellte Fragen

Ist die N26 Kreditkarte eine echte Kreditkarte?

Nein. Alle Karten von N26 sind Debitkarten von Mastercard, jeder Umsatz wird direkt vom Konto abgebucht. Einen Kreditrahmen mit monatlicher Abrechnung, wie ihn Charge- oder Revolving-Karten bieten, gibt es nicht.

Was kostet die N26 Mastercard?

Es gibt keine Jahresgebühr. Beim kostenlosen Standard-Konto ist die virtuelle Variante inklusive, die physische Mastercard ist für einmalig 10 Euro Versand erhältlich. Bei Smart, Go und Metal (4,90 bis 16,90 Euro pro Monat) ist sie enthalten.

Wie oft kann ich mit N26 kostenlos Geld abheben?

In der Eurozone je nach Kontomodell 2- bis 8-mal pro Monat, danach kostet jede weitere Abhebung extra. Im Ausland außerhalb der Eurozone zahlen Standard- und Smart-Kunden 1,7 Prozent des Betrags, bei Go und Metal ist auch das kostenlos.

Funktioniert die N26 Karte bei Mietwagen und Hotels?

Nicht immer. Manche Vermieter und Hotels verlangen für die Kaution eine echte Kreditkarte und lehnen Debitkarten ab. Für solche Fälle empfiehlt sich eine zusätzliche Charge-Karte, erhältlich über den Vergleich auf unserer Startseite.

Hieß N26 früher Number26?

Ja. Das Unternehmen startete 2015 unter dem Namen Number26 und benannte sich im Jahr 2016 mit Erhalt der eigenen Banklizenz in N26 um. Die Hintergründe erklären wir auf der Seite zu Number26.

Bietet N26 auch einen Kredit an?

Je nach Bonität vergibt N26 einen Dispokredit auf das Girokonto, gegen Zinsen. Der Dispokredit ersetzt aber kein zinsfreies Zahlungsziel einer echten Kreditkarte. Die aktuellen Konditionen zum Dispokredit nennt N26 in der App.

Ist mein Geld bei N26 sicher?

Ja. N26 hat eine deutsche Vollbanklizenz und unterliegt der BaFin-Aufsicht. Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde geschützt.

Tobias Friedrich
Geprüft von Tobias Friedrich
Gründer & Geschäftsführer der Finanzriese GmbH · § 34d GewO (IHK 2021)

„Beim Kreditkartenvergleich zählt nicht der lauteste Bonus, sondern die Summe der Kosten übers Jahr. Wir bewerten Karten nach Jahresgebühr, Auslandseinsatz und Bargeldkonditionen – transparent und unabhängig."

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