Viabuy Prepaid Mastercard: eingestellt, das sind die Alternativen

Die Viabuy Prepaid Mastercard gehörte lange zu den bekanntesten Prepaid-Karten ohne Schufa-Prüfung.

Die Viabuy Prepaid Mastercard gehörte lange zu den bekanntesten Prepaid-Karten ohne Schufa-Prüfung. Seit August 2024 gibt es sie nicht mehr: Der Herausgeber Dock Financial S.A. hat den Dienst nach seiner Insolvenz komplett eingestellt. Hier erfährst du, was aus Karte und Guthaben wurde und welche Alternativen heute besser und günstiger sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viabuy wurde zum 10. August 2024 eingestellt, Kartenzahlungen waren schon ab dem 14. Juni 2024 nicht mehr möglich.
  • Herausgeber war das Luxemburger E-Geld-Institut Dock Financial S.A. (früher Crosscard S.A.), das Insolvenz angemeldet hat.
  • Die Karte war teuer: 69,90 Euro Ausgabegebühr, 19,90 Euro Jahresgebühr, 5 Euro pro Bargeldabhebung und 2,75 Prozent Fremdwährungsaufschlag.
  • Neue Viabuy-Konten lassen sich nicht mehr eröffnen, die Website spricht von einer „Pausierung“.
  • Wer eine Prepaid-Karte ohne Schufa sucht, findet heute deutlich günstigere Angebote im Kreditkartenvergleich.

Was war die Viabuy Prepaid Mastercard?

Viabuy kombinierte ein Onlinekonto mit eigener IBAN und einer Prepaid Mastercard in Schwarz oder Gold. Die Karte funktionierte auf Guthabenbasis: Du hast Geld per Überweisung aufgeladen und konntest nur ausgeben, was auf dem Konto lag. Eine Bonitätsprüfung gab es nicht, deshalb war die Karte vor allem bei Menschen mit negativer Schufa oder ohne festes Einkommen beliebt. Mehr zum Prinzip liest du im Ratgeber zur Prepaid-Kreditkarte.

Diese Freiheit hatte ihren Preis. Ehrlich gesagt war Viabuy eine der teuersten Karten am deutschen Markt: einmalig 69,90 Euro Ausgabegebühr, dazu 19,90 Euro Jahresgebühr. Jede Bargeldabhebung kostete pauschal 5 Euro, Zahlungen in Fremdwährung 2,75 Prozent Aufschlag. Wer die Karte ein Jahr lang nicht nutzte, zahlte zusätzlich eine Ruhegebühr von 9,95 Euro pro Monat. Zum Vergleich: Gute Karten kommen komplett ohne Jahresgebühr aus.

Warum wurde Viabuy eingestellt?

Herausgeber der Karte war Dock Financial S.A., ein von der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF zugelassenes E-Geld-Institut, das früher als Crosscard S.A. firmierte. Im Juni 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Die Folgen für Kunden kamen schnell: Ab dem 14. Juni 2024 wurden alle Kartenzahlungen deaktiviert, zum 10. August 2024 stellte Viabuy den Betrieb vollständig ein. Bis dahin sollten Kunden ihr Restguthaben per SEPA-Überweisung auf ein anderes Konto übertragen. Auf der Website heißt es bis heute, die Eröffnung neuer Konten sei „pausiert“. Ein Neustart ist seitdem nicht erfolgt.

Was heißt das für frühere Viabuy-Kunden?

Wenn du dein Guthaben bis zum Stichtag überwiesen hast, ist für dich alles erledigt. Steht noch Geld auf einem alten Viabuy-Konto, richtet sich dein Anspruch gegen Dock Financial S.A. beziehungsweise die Insolvenzmasse. Als E-Geld-Institut musste das Unternehmen Kundengelder getrennt vom Firmenvermögen verwahren, was die Chancen auf Rückzahlung verbessert. Melde deine Forderung schriftlich an und bewahre Kontoauszüge als Nachweis auf. Die klassische deutsche Einlagensicherung greift bei E-Geld-Konten allerdings nicht.

Welche Alternativen gibt es heute?

Der Markt für Prepaid- und Guthabenkarten ist seit dem Viabuy-Aus deutlich besser geworden. Worauf du achten solltest:

  • Prepaid-Karten mit fairen Gebühren: Viele Anbieter verzichten auf Ausgabegebühr und hohe Abhebungskosten. Einen Überblick gibt der Ratgeber Prepaid-Kreditkarte.
  • Karten ohne Schufa-Prüfung: Wer wegen der Bonität zu Viabuy kam, findet passende Angebote im Ratgeber Kreditkarte ohne Schufa.
  • Echte Kreditkarten ohne Jahresgebühr: Reicht deine Bonität aus, ist eine kostenlose Kreditkarte fast immer die günstigere Wahl.

Vergleiche die aktuellen Konditionen am besten direkt im Kreditkartenrechner, dort siehst du Jahresgebühr, Bargeld- und Auslandskosten auf einen Blick.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es die Viabuy Prepaid Mastercard noch?

Nein. Der Dienst wurde zum 10. August 2024 eingestellt, nachdem der Herausgeber Dock Financial S.A. Insolvenz angemeldet hatte. Kartenzahlungen funktionieren seit dem 14. Juni 2024 nicht mehr, neue Konten werden nicht eröffnet.

Wie komme ich an mein Viabuy-Guthaben?

Bis zum 10. August 2024 konntest du dein Guthaben per SEPA-Überweisung auf ein anderes Konto übertragen. Danach musst du deine Forderung bei Dock Financial S.A. beziehungsweise im Luxemburger Insolvenzverfahren anmelden. Halte dafür Kontoauszüge und deine Kundennummer bereit.

Warum war die Viabuy-Karte so teuer?

Viabuy verzichtete auf Schufa-Prüfung und Postident-Aufwand und ließ sich das über Gebühren bezahlen: 69,90 Euro für die Ausgabe, 19,90 Euro pro Jahr, 5 Euro je Abhebung. Heute bekommst du vergleichbare Prepaid-Karten deutlich günstiger, teils sogar gratis.

Welche Karte ersetzt Viabuy am besten?

Das hängt vom Grund ab, aus dem du Viabuy genutzt hast. Ohne Schufa-Prüfung passt eine Prepaid-Karte auf Guthabenbasis, bei normaler Bonität eine kostenlose Kreditkarte. Die aktuellen Angebote vergleichst du im Rechner auf der Startseite.

Tobias Friedrich
Geprüft von Tobias Friedrich
Gründer & Geschäftsführer der Finanzriese GmbH · § 34d GewO (IHK 2021)

„Beim Kreditkartenvergleich zählt nicht der lauteste Bonus, sondern die Summe der Kosten übers Jahr. Wir bewerten Karten nach Jahresgebühr, Auslandseinsatz und Bargeldkonditionen – transparent und unabhängig."

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