fidorPay-Konto: Das wurde aus der Fidor Bank

Die Fidor Bank aus München war eine der ersten Smartphone-Banken Deutschlands, mit Community-Ansatz, App-Konto und Karten.

Die Fidor Bank aus München war eine der ersten Smartphone-Banken Deutschlands, mit Community-Ansatz, App-Konto und Karten. Das fidorPay-Konto gehörte zu ihren bekanntesten Angeboten. Heute gibt es beides nicht mehr: Die französische Mutter BPCE hat die Bank abgewickelt, der Geschäftsbetrieb endete 2023, die Liquidation lief bis Mitte 2024. Hier liest du, was das für frühere Kunden bedeutet und welche Alternativen sich heute anbieten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fidor Bank wurde 2009 in München gegründet und setzte früh auf Online-Konto, Community und App-Banking.
  • 2016 übernahm die französische Bankengruppe BPCE das Institut, konnte es aber nie profitabel machen.
  • Ende 2022 wurde das Aus verkündet: kein Neugeschäft mehr, Kündigungen an rund 160.000 Kunden ab Anfang 2023, Liquidation bis Mitte 2024.
  • Die Bank war nicht insolvent, Guthaben wurden regulär ausgezahlt und waren bis 100.000 Euro gesetzlich abgesichert.
  • Wer ein App-Konto mit Karte sucht, wird heute bei Smartphone-Banken wie N26 fündig.

Was war das fidorPay-Konto?

Fidor startete 2009 mit einer für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Idee: Banking sollte digital, schnell und gemeinschaftlich sein. Kunden diskutierten in der Fidor-Community über Finanzfragen, das Smart Girokonto wurde komplett online geführt, dazu gab es Karten fürs Bezahlen und Abheben. Das fidorPay-Konto diente als E-Geld-Konto für schnelle Zahlungen, aufladbar und per App steuerbar, auch für Kunden, die kein klassisches Girokonto bei der Bank wollten.

Zeitweise war Fidor sogar Partner großer Namen: Das mobile Bankkonto O2 Banking von Telefónica lief in den ersten Jahren über die Fidor-Infrastruktur, nachdem der Bezahldienst mpass eingestellt worden war.

Warum wurde die Fidor Bank abgewickelt?

2016 kaufte die französische Genossenschaftsbank BPCE das Institut, die Ehe stand aber von Beginn an unter keinem guten Stern. Ein geplanter Weiterverkauf scheiterte, es sammelten sich Verluste in dreistelliger Millionenhöhe an. Ende 2022 zog BPCE die Konsequenz und beschloss die Abwicklung, ausdrücklich aus strategischen Gründen, nicht wegen einer Pleite.

Ab Anfang 2023 erhielten die rund 160.000 verbliebenen Kunden ihre Kündigungen, Ende 2023 stellte die Bank den Geschäftsbetrieb ein. Bis Mitte 2024 wurde das Institut vollständig liquidiert. Für Kunden hieß das: Konto leerräumen, Guthaben überweisen lassen, neue Bank suchen. Da die Bank zahlungsfähig blieb und der deutschen Einlagensicherung unterlag, verlor niemand sein Guthaben.

Alternativen zum fidorPay-Konto

Das Konzept der Fidor Bank lebt bei den heutigen Smartphone-Banken weiter. Die bekannteste ist N26 aus Berlin, mit kostenlosem App-Konto und Debit Mastercard. Auch klassische Direktbanken haben aufgeholt und bieten mobile Konten mit Karte.

Ging es dir bei Fidor vor allem um eine unkomplizierte Karte, schau in den Ratgeber kostenlose Kreditkarte, viele Modelle kommen dauerhaft ohne Jahresgebühr aus. Für Guthabenkarten ohne Bonitätsprüfung lohnt der Blick auf die Prepaid-Kreditkarte. Die aktuellen Konditionen vergleichst du im Kreditkartenvergleich auf unserer Startseite.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es die Fidor Bank noch?

Nein. Die Muttergesellschaft BPCE hat die Bank abgewickelt. Der Geschäftsbetrieb endete 2023, die Liquidation war bis Mitte 2024 abgeschlossen. Konten, Karten und das fidorPay-Angebot existieren nicht mehr.

War die Fidor Bank insolvent?

Nein. Die Bank wurde aus strategischen Gründen geschlossen, nachdem sie über Jahre Verluste eingefahren hatte. Sie blieb bis zum Schluss zahlungsfähig, Guthaben wurden regulär an die Kunden ausgezahlt.

Was passierte mit Guthaben auf dem fidorPay-Konto?

Kunden wurden ab Anfang 2023 angeschrieben und gebeten, ihr Guthaben auf ein anderes Konto zu übertragen. Einlagen waren bis 100.000 Euro pro Kunde gesetzlich abgesichert. Wer noch Ansprüche klären will, wendet sich an den Abwickler der Bank beziehungsweise an die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken.

Welche Bank ist heute die beste Fidor-Alternative?

Für App-Banking mit Karte ist N26 der naheliegendste Ersatz. Brauchst du vor allem eine gute Karte zum Bezahlen und Reisen, findest du im Rechner auf der Startseite aktuelle Kreditkarten, viele davon dauerhaft gebührenfrei.

Tobias Friedrich
Geprüft von Tobias Friedrich
Gründer & Geschäftsführer der Finanzriese GmbH · § 34d GewO (IHK 2021)

„Beim Kreditkartenvergleich zählt nicht der lauteste Bonus, sondern die Summe der Kosten übers Jahr. Wir bewerten Karten nach Jahresgebühr, Auslandseinsatz und Bargeldkonditionen – transparent und unabhängig."

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