Die netbank schrieb 1999 Geschichte, als erste reine Internetbank Europas, ganz ohne Filialen. Mehr als zwei Jahrzehnte später kam das Aus: Am 15. Juni 2022 wurde die Marke im Zuge der Geschäftsaufgabe ihrer Mutter, der Augsburger Aktienbank, geschlossen. Auf dieser Seite erfährst du, was aus der netbank und ihren Karten wurde und welche Alternativen sich für frühere Kunden anbieten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die netbank wurde 1998 von mehreren Sparda-Banken gegründet und startete im April 1999 als erste reine Internetbank Europas.
- 2015 übernahm die Augsburger Aktienbank (AAB) das Institut, ab 2016 lief die netbank nur noch als Marke der AAB weiter.
- Mit dem Rückzug der AAB aus dem Bankgeschäft wurde die netbank zum 15. Juni 2022 geschlossen, Konten und Karten wurden gekündigt.
- Kostenlose Girokonten und Kreditkarten bekommst du heute bei zahlreichen Direktbanken, einen Überblick gibt der Kreditkartenvergleich.
Was war die netbank?
Als die netbank im April 1999 den Betrieb aufnahm, war Online-Banking noch Pionierarbeit. Gegründet von sieben Sparda-Banken, bot sie als erste Bank Europas ihre Produkte ausschließlich über das Internet an: kostenloses Girokonto, Tagesgeld, Kredite und Kreditkarten von Mastercard und Visa. Das Modell mit niedrigen Kosten und ohne Filialnetz machte später Schule, praktisch jede heutige Direktbank folgt diesem Prinzip.
Warum wurde die netbank geschlossen?
2015 kaufte die Augsburger Aktienbank die netbank und verschmolz sie ein Jahr später auf sich selbst. Die netbank existierte fortan nur noch als Marke. Richtig glücklich wurde die AAB damit nicht: Neue Gebühren und ein umgebautes Kartenangebot vergraulten viele Kunden, die Bank verlor zehntausende Konten.
Im November 2021 kündigte die AAB schließlich an, sich komplett aus dem Bankgeschäft zurückzuziehen. Damit war auch das Schicksal der netbank besiegelt. Zum 15. Juni 2022 wurde der Betrieb eingestellt, Girokonten, Depots und Kreditkarten wurden gekündigt. Kunden mussten sich eine neue Bank suchen und ihre Guthaben übertragen. Da die Schließung geordnet ablief und die Einlagen der gesetzlichen Sicherung unterlagen, ging dabei kein Geld verloren.
Alternativen zur netbank heute
Das Erbe der netbank treten die heutigen Direktbanken an. Ein kostenloses Konto mit Karte bekommst du etwa bei der Consorsbank oder bei Smartphone-Banken wie N26. Beim Thema Kreditkarte bist du nicht an deine Kontobank gebunden: Viele Anbieter geben dauerhaft gebührenfreie Karten unabhängig vom Girokonto heraus.
Welche Karte zu dir passt, hängt von deinem Alltag ab, etwa davon, ob du oft reist oder Bargeld abhebst. Empfehlungen findest du im Ratgeber kostenlose Kreditkarte, die aktuellen Konditionen aller Anbieter vergleichst du im Kreditkartenvergleich auf unserer Startseite.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es die netbank noch?
Nein. Die netbank wurde zum 15. Juni 2022 geschlossen, nachdem ihre Mutter, die Augsburger Aktienbank, das Bankgeschäft komplett aufgegeben hatte. Weder Konten noch Karten der netbank existieren heute noch.
Was passierte mit Konten und Guthaben der netbank?
Die Bank kündigte die Verträge im Vorfeld der Schließung und forderte ihre Kunden auf, Guthaben auf ein anderes Konto zu übertragen. Die Einlagen waren bis zuletzt über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, verloren ging dabei nichts.
Warum war die netbank historisch bedeutsam?
Sie war 1999 die erste Bank Europas, die komplett auf Filialen verzichtete und alle Leistungen über das Internet anbot. Damit gilt sie als Wegbereiterin der heutigen Direkt- und Smartphone-Banken.
Welche Bank ersetzt die netbank am besten?
Das kommt auf deine Ansprüche an. Für App-Banking bietet sich N26 an, für Konto plus Depot die Consorsbank. Die passende Kreditkarte dazu findest du unabhängig von der Bank im Rechner auf der Startseite.
Passende Kreditkarte finden
Vergleiche über 60 Kreditkarten kostenlos und finde die Karte, die zu dir passt.