Kreditkartengebühren am Automaten und online: das solltest du wissen

8. Februar 2021 4 Min. Lesezeit

Kreditkartenzahlungen im Ausland

Die Kreditkarte selbst kostet oft nichts mehr, an anderer Stelle langen Banken und Automatenbetreiber dafür umso lieber zu. Wer die typischen Gebührenposten kennt, spart mit derselben Karte schnell einen zweistelligen Betrag pro Reise oder Jahr. Dieser Überblick sortiert die Kosten am Geldautomaten und beim Bezahlen, zu Hause wie im Ausland, und zeigt, welche davon vermeidbar sind. Stand: 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bargeld am Automaten kostet mit vielen Kreditkarten 2 bis 4 Prozent des Betrags, mindestens einen festen Sockelbetrag. Es gibt aber Karten, mit denen du weltweit gratis abhebst.
  • Automatenbetreiber dürfen ein eigenes Entgelt aufschlagen, das dir vor der Abhebung angezeigt werden muss.
  • Die Sofort-Umrechnung in Euro am Automaten oder an der Kasse (DCC) ist fast immer ein Verlustgeschäft, wähle die Landeswährung.
  • Beim Onlineshopping dürfen Händler in der EU für Zahlungen mit privaten Visa- und Mastercard-Karten keinen Aufpreis verlangen.
  • Teilzahlung ist die teuerste Gebühr von allen: Auf offene Beträge fallen 15 bis 22 Prozent Sollzinsen im Jahr an.

Gebühren am Geldautomaten

Beim Abheben mit der Kreditkarte können bis zu drei Posten zusammenkommen. Zuerst die Gebühr der eigenen Bank: Üblich sind 2 bis 4 Prozent des Betrags, mindestens etwa 5 Euro. Wer viermal im Monat kleine Beträge zieht, zahlt so schnell 20 Euro extra. Die Einzelheiten und typische Sätze findest du im Lexikon unter Geldautomaten-Gebühren.

Dazu kann ein Betreiberentgelt des Automatenaufstellers kommen, in Deutschland vor allem an Automaten von Privatanbietern in Bahnhöfen und Kiosken, im Ausland fast flächendeckend. Dieses Entgelt muss dir der Automat vor der Bestätigung anzeigen, du kannst den Vorgang dann noch abbrechen.

Der dritte Posten betrifft Abhebungen in fremder Währung: das Entgelt für den Auslandseinsatz, meist 1 bis 2 Prozent. Es fällt zusätzlich zur Abhebegebühr an. Ein Rechenbeispiel: 200 Euro in US-Dollar abheben kann mit 3 Prozent Bargeldgebühr plus 1,75 Prozent Auslandsentgelt gut 9,50 Euro kosten, plus eventuelles Betreiberentgelt.

Vermeidbar ist das alles. Einige Karten ohne Jahresgebühr verzichten auf Abhebe- und Fremdwährungsgebühren komplett, der Kreditkartenvergleich filtert genau danach. Mehr zum Thema steht im Ratgeber zur kostenlosen Kreditkarte.

Die DCC-Falle: Euro-Umrechnung dankend ablehnen

Ob am Automaten in Prag oder an der Hotelkasse in Istanbul, oft bietet dir das Terminal an, direkt in Euro abzurechnen. Diese Dynamic Currency Conversion klingt bequem, nutzt aber den Wechselkurs des Betreibers, der in der Regel 3 bis 8 Prozent schlechter ist als der offizielle Kurs von Visa oder Mastercard. Die Verbraucherzentralen raten seit Jahren einheitlich: immer die Landeswährung wählen. Der kleine Knopfdruck ist die einfachste Sparmaßnahme im ganzen Gebührendschungel.

Gebühren beim Bezahlen online und im Geschäft

Gute Nachricht zuerst: Innerhalb der EU dürfen Händler für Zahlungen mit privaten Visa- und Mastercard-Karten seit 2018 keinen Aufpreis mehr verlangen, das sogenannte Surcharging ist verboten. Stößt du in einem deutschen Onlineshop auf eine „Kreditkartengebühr“, ist das bei Verbraucherkarten unzulässig. Ausnahmen gelten für Firmenkarten und Systeme wie American Express, dort sind Aufschläge weiter erlaubt.

Außerhalb der EU sieht es anders aus. Manche Händler, Airlines und Buchungsportale mit Sitz in Drittländern schlagen legale Kartenentgelte auf. Und bei jeder Zahlung in fremder Währung greift wieder das Auslandseinsatzentgelt deiner Bank, auch beim Onlineshopping in einem Shop, der in Dollar oder Pfund abrechnet. Ein Blick auf die Währung im Warenkorb lohnt sich also auch am Schreibtisch.

Die teuerste Gebühr ist keine Gebühr: Zinsen bei Teilzahlung

Was viele unterschätzen: Der größte Kostenposten bei Kreditkarten sind keine Entgelte, sondern Zinsen. Karten mit Teilzahlungsfunktion buchen oft nur eine Mindestrate ab, der Rest wird mit 15 bis 22 Prozent pro Jahr verzinst. Wie diese Revolving-Karten funktionieren und wie du die Vollzahlung einstellst, erklären wir in einem eigenen Ratgeber. Die Grundregel: Abrechnung immer komplett ausgleichen, dann bleibt die Karte bei richtiger Wahl tatsächlich kostenlos.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet Geldabheben mit der Kreditkarte?

Je nach Karte zwischen null und rund 4 Prozent des Betrags, oft mit einem Mindestentgelt von etwa 5 Euro. Im Ausland kommen gegebenenfalls Fremdwährungsentgelt und ein Betreiberentgelt des Automaten hinzu. Karten ohne Abhebegebühren findest du im Vergleich auf unserer Startseite.

Darf ein Onlineshop eine Kreditkartengebühr verlangen?

Für private Visa- und Mastercard-Karten innerhalb der EU nicht, dieses Surcharging ist seit 2018 verboten. Aufschläge sind nur noch bei Firmenkarten, einzelnen Kartensystemen und Händlern außerhalb der EU zulässig.

Warum wurde mir am Automaten ein schlechterer Kurs berechnet?

Vermutlich hast du die angebotene Abrechnung in Euro gewählt. Dann rechnet der Automatenbetreiber zu seinem eigenen, ungünstigen Kurs um. Wähle beim nächsten Mal die Landeswährung, dann gilt der faire Kurs des Kartennetzwerks.

Wie vermeide ich Zinsen auf meine Kartenumsätze?

Stelle die Rückzahlung auf 100 Prozent, sodass die Monatsabrechnung vollständig vom Girokonto eingezogen wird. Zinsen entstehen nur, wenn Beträge offen bleiben oder du Bargeld abhebst und die Karte Barverfügungen sofort verzinst.

Tobias Friedrich
Geprüft von Tobias Friedrich
Gründer & Geschäftsführer der Finanzriese GmbH · § 34d GewO (IHK 2021)

„Beim Kreditkartenvergleich zählt nicht der lauteste Bonus, sondern die Summe der Kosten übers Jahr. Wir bewerten Karten nach Jahresgebühr, Auslandseinsatz und Bargeldkonditionen – transparent und unabhängig."

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