Schwarze Kreditkarte: Vorteile, Voraussetzungen und Alternativen

Kaum eine Karte umgibt so viel Legende wie die schwarze Kreditkarte.

Kaum eine Karte umgibt so viel Legende wie die schwarze Kreditkarte. Wer sie zückt, so das Klischee, bekommt jede Tür geöffnet, vom ausgebuchten Restaurant bis zum Privatjet. Dahinter steckt vor allem die Centurion Card von American Express, die exklusivste Kreditkarte der Welt, erhältlich nur auf Einladung. Doch nicht jede Black Card ist ein Statussymbol: Viele Banken geben ganz normale Kreditkarten in schwarzem Design aus, teils sogar gebührenfrei. In diesem Ratgeber trennen wir Mythos von Fakten und zeigen dir im Vergleich, welche Karten in Schwarz du wirklich bekommen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die berühmteste schwarze Kreditkarte ist die American Express Centurion Card, sie ist ausschließlich auf Einladung erhältlich.
  • Voraussetzungen sind Erfahrungsberichten zufolge eine Amex Platinum Card und ein jährliches Umsatzvolumen im sechsstelligen Bereich; offiziell bestätigt der Anbieter keine Konditionen.
  • Echte schwarze Premium-Karten bieten exklusiven Service, Zugang zu Lounges und sehr hohe Verfügungsrahmen, verlangen dafür aber hohe Jahresgebühren.
  • Schwarze Standard-Kreditkarten wie die Consors Finanz Mastercard sind nur im Design schwarz und teils komplett gebührenfrei.
  • Für die meisten Nutzer ist eine goldene Kreditkarte oder eine Premium-Karte aus unserem Kreditkartenrechner die sinnvollere Wahl.

Was ist eine schwarze Kreditkarte?

Der Begriff meint zwei völlig verschiedene Dinge. Zum einen die exklusiven Premium-Karten, die nur ein kleiner Kreis vermögender Kunden erhält, allen voran die Centurion von American Express, dazu Karten wie die Visa Infinite oder die Mastercard World Elite. Zum anderen ganz gewöhnliche Kreditkarten, deren Plastik einfach schwarz gestaltet ist, ohne exklusive Leistungen dahinter.

Die Verwechslung ist gewollt: Schwarz wirkt edel, deshalb setzen viele Banken beim Design auf die dunkle Optik. Ob hinter der dunklen Optik echter Luxus steckt, erkennst du nicht an der Farbe, sondern an den Gebühren, den Leistungen und der Frage, ob du die Kreditkarte überhaupt regulär bekommst.

Amex Centurion Card: das schwarze Original

Die Centurion Card gilt seit 1999 als Inbegriff der schwarzen Amex, gefertigt wird sie heute aus Titan. Beantragen kannst du diese Karte von American Express nicht, sie ist ausschließlich auf Einladung erhältlich. Der Anbieter wählt dafür langjährige Kunden aus, die bereits eine Amex Platinum Card besitzen und sehr hohe Umsätze über die Karte laufen lassen.

Zu Kosten und Voraussetzungen schweigt der Herausgeber offiziell, belastbar sind nur Erfahrungsberichte von Inhabern. Danach gilt als Richtwert ein jährliches Umsatzvolumen von rund 250.000 Euro, wobei Ausgaben für Reisen und Luxusgüter besonders zählen. Die Jahresgebühr soll bei etwa 5.000 Euro liegen, hinzu kommt eine einmalige Aufnahmegebühr. Bestätigt hat Amex diese Zahlen nie, sie können sich jederzeit ändern.

Dafür erhalten Inhaber Leistungen, die keine andere Karte bietet: einen persönlichen Relationship Manager, exklusiven Concierge-Service rund um die Uhr, Zugang zu Flughafen-Lounges weltweit, Status bei Hotels und Mietwagenfirmen, ein umfangreiches Versicherungspaket und die Teilnahme am Membership Rewards Programm, bei dem Rewards Punkte deutlich schneller zusammenkommen.

Mythos und Wirklichkeit: Was ist an der schwarzen Amex dran?

Um die Centurion ranken sich Geschichten, die bei näherem Hinsehen nicht alle stimmen. Ein Faktencheck:

  • Mythos: Die Karte hat kein Limit. Teilweise wahr. Die Centurion ist eine Charge-Card ohne festes Limit, die Umsätze müssen aber monatlich beglichen werden, und Amex prüft die Zahlungsfähigkeit laufend. Unbegrenzt shoppen auf Pump geht auch in diesem Fall nicht.
  • Mythos: Man muss Millionär sein. Nicht belegt. Es zählen Erfahrungsberichten zufolge die Umsätze über die Amex und die Loyalität zum Anbieter, nicht das Vermögen auf dem Konto.
  • Mythos: Die Karte öffnet jede Lounge der Welt. Übertrieben. Der Zugang ist sehr umfangreich, unter anderem über Priority Pass und die Centurion Lounges, aber nicht grenzenlos.
  • Mythos: Der Concierge erledigt alles. Fast. Der persönliche Service besorgt Konzertkarten, reserviert Tische und organisiert Reisen, bewegt sich aber im Rahmen des Legalen und Machbaren.
  • Fakt: Der Status-Faktor ist real. Das stimmt. Der materielle Gegenwert der Leistungen rechtfertigt die Kosten selten, bezahlt wird vor allem die Exklusivität.

Vorteile: Das bieten echte schwarze Kreditkarten

Jenseits aller Mythen haben echte schwarze Karten handfeste Vorteile. Typisch sind diese Leistungen:

  • Exklusiver Concierge-Service: eine persönliche Assistenz für Buchungen, Tickets und Organisation, in der Regel rund um die Uhr erreichbar.
  • Zugang zu Lounges: Zutritt zu VIP-Lounges an Flughäfen weltweit, meist inklusive Begleitperson.
  • Sehr hohe Verfügungsrahmen: flexibel statt fix, angepasst an Umsatz und Bonität des Inhabers.
  • Umfangreiche Versicherungen: von der Auslandsreise-Krankenversicherung über Reiserücktritt bis zur Mietwagen-Vollkasko.
  • Status und Upgrades: bevorzugte Behandlung bei Hotels, Airlines und Mietwagenpartnern, dazu exklusive Angebote und Events.
  • Bonusprogramme: etwa Membership Rewards, bei dem Inhaber für jeden Umsatz Punkte sammeln und gegen Flüge oder Hotels einlösen.

Diese Vorteile haben ihren Preis. Die Premium-Modelle verlangen hohe Jahresgebühren von einigen hundert bis mehreren tausend Euro, und der Zugang bleibt in den meisten Fällen einem kleinen Kreis vorbehalten.

Weitere schwarze Premium-Karten: Visa Infinite und Mastercard World Elite

Amex hat keine Exklusivrechte auf Schwarz. Die Visa Infinite wird in Deutschland von der HypoVereinsbank an ausgewählte Kunden ausgegeben, frei erhältlich ist auch sie nicht. Sie bietet in der Regel persönlichen Concierge-Service, Priority Pass und ein starkes Versicherungspaket. Die Mastercard World Elite ist die höchste Stufe bei Mastercard und läuft in Deutschland über einzelne Premium-Angebote von Banken und Fintechs.

Daneben positionieren einige Anbieter dunkle Karten als erreichbare Premium-Stufe: Die easybank Platinum Double etwa kombiniert Visa und Mastercard in einem Paket mit Reiseversicherungen, und für Selbstständige setzt auch die American Express Business Platinum auf gehobene Leistungen, mehr dazu unter Business-Kreditkarten. Solche Karten kannst du regulär beantragen, die Konditionen vergleichst du am besten in unserem Rechner auf der Startseite.

Schwarze Standard-Kreditkarten: dunkles Design für alle

Du willst die dunkle Edeloptik im Portemonnaie, ohne sechsstellige Umsätze? Dann reicht eine Standard-Kreditkarte in schwarzem Design. Die Consors Finanz Mastercard zum Beispiel kommt in schlichtem Schwarz und ohne Jahresgebühr. Auch die Hanseatic Bank setzt bei ihrer GenialCard auf dunkle Optik, und weitere kostenlose Karten fahren einen ähnlichen Look. Funktional bekommst du eine ganz normale Visa oder Mastercard: weltweit bezahlen, Apple Pay und Google Pay nutzen, teils sogar weltweit kostenlos Bargeld abheben.

Wichtig zu wissen: Diese kostenlose schwarze Kreditkarte ist optisch Understatement, mehr nicht. Concierge, Lounges oder besonderer Service fehlen, dafür zahlst du auch keine Gebühren. Welche Karte ohne Gebühren aktuell die besten Konditionen bietet, zeigt dir der Ratgeber kostenlose Kreditkarte.

Voraussetzungen: Wann bekommt man eine schwarze Kreditkarte?

Für die exklusiven Modelle führt der Weg in der Regel über den Anbieter selbst: Du fällst als umsatzstarker, zuverlässiger Kunde auf und wirst eingeladen. Konkrete Voraussetzungen nennen die Herausgeber nicht, aus Erfahrungsberichten lassen sich aber Muster ablesen:

  1. Bestehende Premium-Karte: Bei der schwarzen American Express Kreditkarte führt der Weg praktisch immer über die Platinum Card.
  2. Sehr hohe Umsätze: regelmäßig und über Jahre, als Richtwert kursieren 150.000 bis 500.000 Euro pro Jahr.
  3. Einwandfreie Bonität: pünktliche Zahlung sämtlicher Abrechnungen, keine negativen Einträge, auf jeden Fall eine saubere Historie.
  4. Passendes Ausgabenprofil: Reisen, Hotels und Luxusgüter wiegen schwerer als Alltagsumsätze.

Schwarze Standard-Karten beantragst du dagegen wie jede andere Kreditkarte online, volljährig und mit ordentlicher Bonität. Wie das abläuft, liest du unter Kreditkarte beantragen.

Für wen lohnt sich eine schwarze Kreditkarte?

Nüchtern gerechnet lohnt sich das schwarze Original fast nie, die Jahresgebühr übersteigt den Wert der Leistungen deutlich. Wer die Karte besitzt, bezahlt für Status, persönliche Betreuung und Zeitersparnis, nicht für günstige Konditionen. Sinnvoll ist der exklusive Service höchstens für Vielverdiener, die Concierge und Lounges tatsächlich regelmäßig nutzen und den Preis als Lifestyle-Ausgabe verbuchen.

Für alle anderen gibt es bessere Alternativen: Eine Kreditkarte für Vielflieger bringt Meilen und Reisevorteile zu einem Bruchteil der Kosten, eine goldene Kreditkarte deckt Versicherungen und erhöhten Verfügungsrahmen ab, und wer nur die dunkle Optik mag, nimmt eine gebührenfreie Karte in Schwarz. Vergleiche die Angebote in unserem Rechner und rechne ehrlich nach, welche Leistungen du wirklich nutzen wirst.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine schwarze Kreditkarte?

Bei der Centurion Card liegt die Jahresgebühr Erfahrungsberichten zufolge bei rund 5.000 Euro plus einmaliger Aufnahmegebühr, offiziell bestätigt ist das nicht. Schwarze Premium-Karten anderer Anbieter verlangen meist ein jährliches Entgelt von mehreren hundert Euro. Standard-Karten in Schwarz gibt es dagegen schon gebührenfrei.

Welches Limit hat die Black Card?

Die Centurion hat kein festes Limit, der Rahmen richtet sich nach Umsatzverhalten und Zahlungsfähigkeit des Inhabers. Ein Freifahrtschein ist das nicht: Als Charge-Card muss sie monatlich vollständig ausgeglichen werden.

Ab welchem Einkommen bekommt man die schwarze Amex?

Ein offizielles Mindesteinkommen gibt es nicht. Bei der schwarzen Amex zählen Erfahrungsberichten zufolge vor allem die Umsätze über die Karte, als Richtwert gelten 150.000 bis 500.000 Euro pro Jahr. Wichtiger als das Einkommen ist das Ausgaben- und Zahlungsverhalten.

Kann ich die Centurion Card beantragen?

Nein, sie wird ausschließlich aktiv vergeben. Wer sie will, nutzt zunächst die Amex Platinum intensiv über mehrere Jahre und wartet, bis der Anbieter von sich aus anklopft. Ein Anspruch darauf besteht in keinem Fall.

Gibt es kostenlose schwarze Kreditkarten?

Ja. Karten wie die schwarze Mastercard von Consors Finanz oder die GenialCard der Hanseatic Bank kommen in dunklem Design und ohne Jahresgebühr. Sie bieten keine Premium-Leistungen, sehen aber edel aus und taugen als vollwertige Kreditkarte für den Alltag, mit Apple Pay, Google Pay und Bargeld abheben inklusive.

Was ist der Unterschied zwischen schwarzer und goldener Kreditkarte?

Die goldene Kreditkarte ist eine reguläre Premium-Stufe mit Versicherungen und erhöhtem Rahmen, für die jeder mit guter Bonität infrage kommt. Die schwarzen Statuskarten dagegen sind Luxusprodukte für geladene Kunden, mit Concierge und exklusiven Extras. Details findest du im Ratgeber goldene Kreditkarte.

Welche Alternativen gibt es zur Black Card?

Die American Express Platinum bietet viele der Luxus-Leistungen und einen ähnlichen Service ganz ohne Einladung, darunter Lounge-Zugang, Membership Rewards und Reiseguthaben gegen eine hohe, aber transparente Jahresgebühr. Günstiger sind Gold-Karten oder gut ausgestattete kostenlose Karten. Den Überblick über alle Stufen gibt der Ratgeber Kreditkartenarten.

Tobias Friedrich
Geprüft von Tobias Friedrich
Gründer & Geschäftsführer der Finanzriese GmbH · § 34d GewO (IHK 2021)

„Beim Kreditkartenvergleich zählt nicht der lauteste Bonus, sondern die Summe der Kosten übers Jahr. Wir bewerten Karten nach Jahresgebühr, Auslandseinsatz und Bargeldkonditionen – transparent und unabhängig."

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